China Champion bei Polysilizium, dem Rohstoff für Solarzellen, Deutschland steigt weiter ab

Polysilizium ist der Stoff, der in Solarzellen Sonnenlicht in Strom verwandelt. China ist dabei, in Bälde bis zu 90 Prozent der weltweiten Produktion auf sich zu vereinen. Wacker Chemie aus Deutschland verliert immer mehr Marktanteile.

Solarpaneel: Fast der gesamte Rohstoff für Strom von der Sonne kommt demnächst aus China (Foto: seagul / pixabay)

Bis 2019 war Wacker Chemie aus München der weltgrößte Hersteller von Polysilizium, dem Rohstoff für Solarzellen. Dann zog Tongwei aus China an dem deutschen Traditionskonzern vorbei. Und im vergangenen Jahr überholte auch noch GCL ebenfalls aus dem Reich der Mitte die Bayern. Die Wachablösung an der Spitze des Weltmarktes für den wichtigen Rohstoff für die deutsche wie die internationale Energiewende markiert einen Wendepunkt. Denn im kommenden Jahr werden vermutlich zwei weitere Konzerne aus China an den Münchnern vorziehen. Durch den Ausbau der Produktion in China kommt die Weltmacht aus dem fernen Osten inzwischen auf einen Marktanteil bei Polysilizium für Solarzellen von 80 Prozent und dürfte diesen demnächst sogar auf 90 Prozent steigern.

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Gleiche Entwicklung wie bei Solarzellen und – modulen

Zu diesem Ergebnis kommt der Würzburger Photovoltaik-Analyst Johannes Bernreuter. Für den Experten aus dem Frankenland vollzieht sich damit beim Silizium für Solarzellen die gleiche Entwicklung wie bei Silizium für Computerchips sowie bei den Solarzellen und -modulen, wo chinesische Hersteller schon ähnliche, wenn nicht noch höhere Marktanteile erreichen würden.

China macht es vor

Damit erhält die Debatte über die Globalisierung weitere Nahrung. „Russlands Invasion in der Ukraine hat die Augen dafür geöffnet, was es bedeutet, von einem diktatorischen Regime wirtschaftlich abhängig zu sein. Westliche Regierungen sollten nicht denselben Fehler mit China machen“, meint Analyst Bernreuter. Es sei höchste Zeit, nicht-chinesische Photovoltaik-Lieferketten aufzubauen. China habe demonstriert, was die Zutaten für den Erfolg seien: niedrige Strompreise für die energieintensive Polysiliziumroduktion, Kreditausfallgarantien für private Investitionen, kosteneffizienter Anlagenbau und strategische Weitsicht.

Klingt nach einem industriepolitischen Programm, das die Ampel-Koalition bisher nicht ansatzweise auf dem Radar hat.

Mehr: pv-magazine

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