Zum Motor der Verkehrswende auserkoren, sollte die Bahn eigentlich vor Wirtschaftlichkeit strotzen. Das tut sie aber nicht. Stattdessen spiegelt die neue Konzernchefin Evelyn Palla der Öffentlichkeit einen Gewinn vor, den jedoch kein wirklicher ist.

Sie plapperten es brav nach: Die Zeit,, web.de, der Tagesspiegel, das ZDF-Heute-Journal: „Zum ersten Mal seit sieben Jahren schreibt unser Eisenbahngeschäft unterm Strich wieder schwarze Zahlen“, habe die neue Bahnchefin Evelyn Palla verkündet. Na also, möchte man da meinen, geht doch! Doch die vermeintlich frohe Botschaft markiert weniger einen Erfolg der Konzernleiterin seit ihrem Amtsantritt im Oktober vergangenen Jahres, sondern ist eher ein Bluff. Wie das Handelsblatt und zum Teil auch die Tagesschau herausarbeiteten, resultieren die plötzlichen Schwarzen Zahlen aus Buchungstricks und höheren staatlichen Zuschüssen.
Das zeigt eine Analyse des Halbjahresbericht der Bahn im Handelsblatt So stieg das Ergebnis in den ersten sechs Monaten dieses Jahre zwar von 760 Millionen Euro Verlust vor einem Jahr auf 147 Millionen Euro. Vor einem Jahr hatte die DB einen Verlust von 760 Millionen Euro gemeldet. Doch das Plus entspricht fast genau dem „deutlichen Anstieg“ der sonstigen Einnahmen, räumt die Bahn ein – „ganz wesentlich getrieben durch die höhere Förderung von Instandhaltungsleistungen für die Schieneninfrastruktur durch den Bund“. Die Summe laut Bahn betrug 0,9 Milliarden Euro.
Darüber hinaus verdient die Bahn in ihrem Geschäft weiterhin nicht genug, um ihre Investitionen damit finanzieren zu können. Was von den Einnahmen durch Züge und Busse unterm Strich in die Konzernkasse floss, der sogenannte operative Cashflow, betrug 2,6 Milliarden Euro. Gleichzeitig betrugen die Investitionsausgaben jedoch 3,2 Milliarden Euro. Deshalb wuchs die Verschuldung, die nach dem milliardenschweren Verkauf von DB Schenker zunächst gesunken war, von Januar bis Ende Juni wieder. Hinzu kommt „ein kleiner Rechentrick“, wie die Tagesschau erläutert. Demnach ließ die neue Bahn-Chefin noch schnell 1,4 Milliarden Euro abschreiben und verbuchte Verluste zu einem Zeitpunkt, als sie noch ganz frisch im Amt war. „Dementsprechend sieht die Bilanz dieses Jahr schon besser aus“, so die Tagesschau.
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