Düsseldorfer Energiekonzern Uniper schafft Durchbruch bei künftiger Versorgung Deutschlands mit grünem Wasserstoff

Beim Besuch von Kanzler Friedrich Merz in Indien unterzeichnete der Düsseldorfer Energiekonzern Uniper einen Großvertrag, der Deutschland die bisher größte Menge grünen Wasserstoffs sichert – eine gute Nachricht für die hiesige Stahl- und Chemieindustrie auf dem Weg zur Klimaneutralität.

Anlage zur Produktion von Wasserstoff im österreichischen Villach: Vertrag mit Uniper verkleinert die Versorgungslücke in Deutschland (Foto: Infineon)
Anlage zur Produktion von Wasserstoff im österreichischen Villach: Vertrag mit Uniper verkleinert die Versorgungslücke in Deutschland (Foto: Infineon)

Grüner Wasserstoff ist nötig, um die Stahlproduktion klimafreundlich zu gestalten. Auch in der Chemieindustrie wird Gas, das überwiegend noch mit Strom aus fossilen Energieträgern gewonnen, in großem Umfang gebraucht. Umso wichtiger ist es, möglichst bald an das leichteste aller Gase – allerings erzeugt mit grünem Strom – zu kommen. Denn allein wird Deutschland nie so viel produzieren können, wie die hiesige Stahl-, Chemie- und sonstige Industrie auf dem Weg zur Klimaneutralität benötigt. Hier ist jetzt, von der Öffentlichkeit wenig registriert, dem Düsseldorfer Energiekonzern Uniper ein wichtiger Schritt gelungen. Das Unternehmen hat beim Besuch von Kanzler Friedrich Merz (CDU) Anfang Januar in Indien einen Vertrag mit dem dortigen Unternehmen AM Green geschlossen, das von 2028 an jährlich 500 000 Tonnen grünen Ammoniak nach Deutschland liefern will. Ammoniak besteht aus einem Stickstoff- und drei Wasserstoffatomen, aus denen mit Hilfe elektrischen Stroms, der sogenannten Elektrolyse, das Gas Wasserstoff gewonnen worden kann, das seinerseits aus zwei Wasserstoffatomen besteht. Anlanden soll der grüne Ammoniak aus Indien in Wilhelmshaven.

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Bisher niedrigster anvisierter Preis für Wasserstoff weltweit

Der Liefervertrag mit Indien ist der bisher größte seiner Art in Europa. Der Essener Energiekonzern RWE hat zwar auch schon einen Vertrag mit AM Green abgeschlossen, jedoch nur über 250 000 Tonnen Ammoniak jährlich. 2027 Die Nationale Wasserstoffstrategie der Bundesregierung geht davon aus, dass Deutschland 50 bis 70 Prozent seines benötigten grünen Wasserstoffes importieren muss. Damit stellt der Kontrakt zwischen Uniper und AM Green eine Art Durchbruch für die künftige Versorgung der deutschen Industrie mit Wasserstoff dar. Mit den anvisierten 0,60 Euro pro Kilogramm gilt das Angebot des indischen Unternehmens zudem derzeit als das günstigste weltweit.

Asiatisches Großkapital steht hinter dem Deal

Hinter der deutsch-indischen Kooperation stehen namhafte asiatische Großinvestoren. So hat der Uniper-Vertragspartner AM Green unter anderem den malaysischen Energiekonzern Gentari, Singapurs Staatsfonds GIC und die die staatliche Abu Dhabi Investment Authority hinter sich versammelt. AM-Green-Gründer Unternehmensgründer Anil Kumar Chalamalasetty nannte Partnerschaft mit Uniper einen „Meilenstein für Indiens Rolle in der globalen Energiewende“. Gleichzeitig fällt mit dem Deal auch der Startschuss für den Wettbewerb mit denjenigen Unternehmen, die grünen Wasserstoff in Deutschland produzieren wollen – mit grünem Strom ebenfalls made in Germany.

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