E-Autos so wirtschaftlich wie Verbrenner

Laut der Denkfabrik Agora Verkehrswende sind – über alle Kosten – E-Autos schon jetzt wirtschaftlicher sind als Fahrzeuge mit Benzin- oder Dieselmotor. Allerdings sollten die Kaufprämien neu gestaffelt werden.

Viel Knete für große Schlitten: So viel Kosten verursacht ein herkömmlicher Pkw der mittleren Oberklasse durchschnittlich (Quelle: Agora Verkehrswende / ADAC)

Ganz schön viel, was sich die Deutschen die Fahrt mit einem Neuwagen einschließlich Anschaffung kosten lassen. Angenommen, ein Fahrzeug kostet 45 000 Euro; das ist der Betrag, der für die billigere Hälfte der Fahrzeuge hier zu Lande fällig wird, die andere Hälfte ist teurer. Dann kostet ein herkömmlicher Diesel oder Benziner seinen Besitzer in fünf Jahren alles in allem 52 700 Euro, das sind rund 12 400 Euro im Jahr (siehe Abbildung). Die gute Nachricht: Elektroautos sind nicht mehr teurer, sondern verschlingen höchstens noch das Gleiche, oft aber auch schon weniger. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse der Berliner Denkfabrik Agora. Ursache ist vielfach die staatliche Kaufprämie, die von den Herstellern auf bis zu rund 9000 Euro aufgestockt wird.

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Kleine Modelle, geringe Ersparnis

Allerdins unterscheidet sich die Wirtschaftlichkeit der E-Autos im Vergleich zu den Verbrennern nach der Fahrzeuggröße. In den mittleren Fahrzeugklassen seien die Gesamtkosten bereits jetzt vergleichbar mit oder günstiger als die von Benzin-Verbrennern, so Agora Verkehrswende. Dabei werden die Ersparnisse durch E-Auots von der Mitteklasse an immer größer, während sie bei kleineren Fahrzeugen immer geringer ausfallen.

Konzentration auf kleine und mittelgroße Fahrzeuge

Daraus ergeben sich den Agora-Experten mit Blick auf den Klimaeffekt der staatlichen Kaufprämien für E-Autos folgende Forderungen an die neue Bundesregierung: Die meisten Verbrenner kosten in der Anschaffung
29 000 bis 53 000 Euro, Elektroautos mit Kaufprämie zwischen 30 000 und 58 000 Euro. Da der Preis für Kaufinteressierte der konkreteste und hervorstechendste Kostenfaktor sei, sollten Kaufprämien vorerst beibehalten und erst dann gesenkt werden, wenn der Kostenvorteil gegenüber den Verbrennern größer wird. Zweitens sollten die Kaufprämien auf mittlere und kleinere Modell konzentriert werden, um E-Autos auch für Kaufinteressierte mit kleinem Budget erschwinglich zu machen; in den oberen Preisklassen hingegegen könnten die Zuschüsse schon jetzt gesenkt werden. Und drittens sollten Plug-in-Hybride, also Fahrzeuge mit Elektro- und Verbrennungsmotor, nur noch gefördert werden, wenn sie überwiegend mit Strom fahren.

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