Endlich! Weiterer Bau von Elektrolyseuren in Deutschland zur Produktion von klimafreundlichem Wasserstoff

Ein deutsches Unternehmen, RCT in Konstanz, und ein chinesischer Partner wagen einen wichtigen Schritt zur Energiewende in der Industrie: den Bau weiterer Elektrolyseure in Deutschland zur Produktion von klimafreundlichem Wasserstoff.

Endlich! Weiterer Bau von Elektrolyseuren in Deutschland zur Produktion von klimafreundlichem Wasserstoff
Teil eines Elektrolyseurs zur Erzeugung grünen Wasserstoffs: Push für die Energiewende in der Industrie (Foto: RCT)

Das Jahr 2026 startet mit einer guten Nachricht. In den kommenden zwölf Monaten soll die Produktion von Elektrolyseuren in Deutschland Fahrt aufnehmen. Das sind Anlagen, die mit Hilfe grünen Stroms Wasser in Sauer- und Wasserstoff aufspalten. Der so gewonnene Wasserstoff soll in der Stahl- und der Chemieindustrie eingesetzt zu werden. Dadurch wird die heute übliche Herstellung von Wasserstoff, die in der Regel mit Hilfe von Erdgas erfolgt und CO2 freisetzt, durch ein klimaunschädliches Verfahren ersetzt. Verantwortlich für den weiteren Schritt in Richtung klimafreundliche Industrie ist der Elektrolyseur- und Wechselrichterbauer RCT in Konstanz am Bodensee, der im Laufe des Jahres die Produktion in Deutschland aufnehmen will. Wo das sein soll und wer die Anlage am Ende herstellt, will das Unternehmen später bekanntgeben. Fest stehen nur die bisherigen Partner: der Siemens-Konzern in München, der die Steuerung der Anlage liefern soll, sowie der chinesische Industriekonzern Jiangsu Guofu Hydrogen Energy Technology & Equipment Co. Ltd, der damit seine Marktstellung außerhalb der Volksrepublik ausbauen will.

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Hoffen auf baldige Wirtschaftlichkeit grünen Wasserstoffs

An dem Gemeinschaftsunternehmen ist RCT zu 51 Prozent und Jiangsu Guofu zu 49 Prozent beteiligt. Als Abnehmer der Elektrolyseure sind in erster Linie europäische Industrieunternehmen vorgesehen, denen das Konsortium maßgeschneiderte Anlagen zur klimaneutralen Wasserstofferzeugung anbieten will. RCT und Jiangsu Guofu setzen darauf, dass grüner Wasserstoff im Vergleich zu seiner klimaschädlichen Variante aus Erdgas im Laufe der Zeit wirtschaftlich wird. Aktuell koste sauberer Wasserstoff pro Kilowattstunde noch etwa 20 bis 50 Prozent mehr, jedoch verringere sich der Unterschied durch die Erhöhung des CO2-Preises mit der Zeit, so die Hoffnung des Duos. Zudem wachse der Anteil erneuerbarer Energien im Stromnetz, wodurch die Produktionskosten für grünen Wasserstoff sinken würden.

Harsche Kritik der Branche an Geringschätzung aus Berlin

Mit dem Bau von Elektrolyseuren in Deutschland setzen RCT und Jiangsu Guofu fort, was der deutsche Bosch-Konzern kürzlich in Bamberg vormachte. Dort, an ihrem fränkischen Standort, nahmen die Schwaben Anfang November ihre erste eigene Anlage in Betrieb, die mit Hilfe grünen Stroms direkt grünen Wasserstoff produziert. Der Schritt des deutsch-chinesischen Joint-Ventures ist umso bemerkenswerter, als es in der Branche viel Kritik an der Geringschätzung der grünen Wasserstoffwirtschaft seitens der Bundesregierung unter Kanzler Friedrich Merz (CDU) gibt. „Es wurde eine Chance vertan“, so Kerstin Andreae, Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), bei der Verabschiedung des Bundeshaushalts 2026. Im Etat fehlten „zentrale Weichenstellungen, die die Wasserstoffwirtschaft fokussiert unterstützen, notwendige Investitionen anschieben und Deutschlands Weg in die Klimaneutralität und zu mehr Resilienz ebnen“.

Mehr: pv-magazine

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