Energy Watch Group präsentiert Agenda 2026: Was in diesem Jahr zur Fortsetzung der Energiewende passieren muss

Die Berliner Denkfabrik Energy Watch Group hat eine Liste erstellt, eine Agenda 2026, was in diesem Jahr zur erfolgreichen Fortsetzung der Energiewende passieren muss. Greenspotting stellt die elf entscheidenden Maßnahmen in den kommenden Wochen exklusiv vor. Erster wichtigster Punkt: Die Einsicht, dass erneuerbare Energien die Kosten der Energieversorgung senken.

Strom von Windkraftanlagen: Erneuerbare Energie machen die Energieversorgung nicht teurer, sondern senken deren Kosten insgesamt (Foto: Sumanley /pixabay)
Strom von Windkraftanlagen: Erneuerbare Energien machen die Energieversorgung nicht teurer, sondern senken deren Kosten insgesamt (Foto: Sumanley / pixabay)

Seit knapp einem Jahr amtiert die schwarzrote Bundesregierung und seitdem ist die Energiewende unter Druck. Vor diesem Hintergrund hat die Berliner Denkfabrik Energy Watch Group eine Liste erstellt, eine Agenda 2026, was in diesem Jahr zur erfolgreichen Fortsetzung der Energiewende passieren muss. Greenspotting stellt in den kommenden Wochen exklusiv die elf entscheidenden Maßnahmen vor. Erster wichtigster Punkt: Die Einsicht und deren Verbreitung, dass erneuerbare Energien die Kosten der Energieversorgung senken.

ANZEIGE

Behauptet wird…

… der Ausbau der erneuerbaren Energien sei teuer und koste Wohlstand und Arbeitsplätze, was sich Deutschland in wirtschaftlich schweren Zeiten nicht leisten könne.

Richtig ist…

der Ausbau der erneuerbaren Energien ist für Bürger und Unternehmen klar rentabel. Das sagt zum Beispiel auch die Internationale Energieagentur in Paris – und das, obwohl fossile Energien bis heute deutlich subventioniert werden. Tatsache ist:

  • Die Energiepreiskrise 2021-2023 wurde von teuren fossile Energien verur­sacht, die hohen Strompreise in dieser Zeit resultierten aus teurem Strom von Erdgaskraftwerken.
  • Dass es an der Börse starke Ausschläge beim Strompreis nach oben gibt, liegt daran, dass zu wenig Flexibilitäten bei der Stromversorgung geschaffen wurden, etwa in Form von Stromspeichern wie Batterien, Verbrauchsteuerung durch moderne Stromzähler (Smart Meter) oder durch flexibel zuschaltbare Erzeugung.
  • Tatsache ist, dass schon gut 80 Prozent des heutigen deutschen Strombedarfs mit der nicht steuerbaren Wind- und Sonnenkraft abdeckbar sind, und das zu Stromgestehungs­kosten von etwa sechs Cent pro Kilowattstunde. Demgegenüber kostete die Produktion von Strom selbst aus weitgehend abgeschrie­benen fossilen Kraft­werken 2025 mit etwa 11 Cent pro Kilowattstunde fast doppelt soviel. Je schnel­ler Wind und Sonne also auf einen Anteil von 80 Prozent an der Stromversorgung kommen, desto günstiger wird der Strom.
  • Selbst eine 100 Prozent erneuerbare Stromerzeugung würde zu heutigen Preisen etwa zehn Cent pro Kilowattstunde kosten – einschließlich der Kosten für Batterien und steuerbaren Kraftwerken mit Biogas und grü­nem Wasserstoff, die bei Dunkelflauten einspringen würden. Das ist immer noch günstiger als die elf bis 18 Cent pro Kilowattstunde, die neue Gaskraftwerke über ihren gesamten Lebenszyklus hinweg verursachen würden. Strom aus erneuerbaren Quellen ist somit auch dauerhaft günstiger als fossiler Strom. Dazu kommen beim fossilen Strom noch globale CO2-Schadens­kos­ten von etwa 17 Cent pro Kilowatt­stunde. 
  • Im Sektor Verkehr ist inzwischen unbestritten, dass Elektroautos alltagstauglich und über den gesamten Lebenszyklus hinweg güns­tiger sind als Autos mit Verbrennungsmotor. Mit der Umstellung auf Elektrofahr­zeuge werden deutsche Bürger und Unter­neh­men um rund 15 Milliarden Euro pro Jahr entlastet. In der Branche ist zudem breit anerkannt, dass die Zukunft des Automobils elektrisch ist. Wer das Ver­bren­ner-Verbot 2035 aufweicht, verhindert also eine Kostenentlastung von Bürgern und Unternehmen und wirft die europäische und deutsche Autoindustrie zurück im globalen Wett­be­werb. Das vernichtet Arbeitsplätze in Deutsch­land und Europa.
  • Bei der Heizung von Gebäuden steht fest, dass Wärmepumpen über ihren Lebenszyklus hinweg heute im Neubau schon günstiger sind als fossile Heizungen und im Bestand nicht teurer als Öl- und Gasfanlagen.
  • Die Wärmerzeugung für industrielle Prozesse ist der einzige Bereich, in dem die Umstellung auf erneuerbare Energien überwie­gend die Kosten erhöht.
  • Erneuerbare Energien stärken die deutsche Wirtschaft im Wettbewerb mit China und anderen Ländern und schaffen Arbeits­­plätze. Im Gegensatz dazu kostet der Import fossiler Energie Deutschland derzeit 85 Milliarden pro Jahr, macht abhängig und stär­kt Autokraten in der Welt. Mit der Umstellung auf Erneuer­bare made in Germany bleibt das Geld im Land und sorgt für einen Konjunkturschub von gut 100 Milliarden Euro pro Jahr. Ein kraftvolles Ausbautempo der erneuerbaren Energien erhält die bestehenden 600 000 Arbeitsplätze in der Branche und baut sie aus.

Geboten ist…

… dass die Bundesregierung die wirtschaftlichen Vorteile einer Umstellung auf erneuerbare Energien kontinuierlich und klar kommuniziert. Sie ermöglicht der staatlichen KfW-Bank, mit langlaufenden, zinsgünstigen Krediten die Nutzung von erneuerbaren Energien vorzufinanzieren, um den Geldbeutel der privaten Haushalte und die Kassen der Unternehmen zu schonen. Energieintensive Unternehmen erhalten im globalen Wettbewerb Schutz, um sie im Land zu halten.

Tansparenzhinweis: Die Energy Watch Group ist ein Kooperationspartner von Greenspotting.de

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*