Erneuerbare billiger – Pufferkosten gegen Dunkelflauten eingerechnet

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Eine neue Untersuchung zeigt, dass Wind- und Sonnenstrom selbst unter Einbeziehung der Pufferkosten günstiger ist als Strom aus Kohle- und Gaskraftwerken.

Fossile und Erneuerbare im rheinischen Braunkohlegebiet Wind- und Sonnenenergie sind billiger, auch nach Pufferkosten (Foto: www.ceus-design.de)
Fossile und Erneuerbare im rheinischen Braunkohlegebiet Wind- und Sonnenenergie sind billiger, auch nach Pufferkosten (Foto: www.ceus-<.de)

Dass der Strom aus Wind- und Solaranlagen günstiger ist als aus Kohle- oder Gaskraftwerken, ist seit lamgem bekannt. Windanlagen und Freiflächen-Solarpaneele liefern ihn in der Regel zu Gestehungskosten zwischen 4,1 und 9,2 US-Cent pro Kilowattstunde. Zum Teil sogar günstiger. Zum Vergleich: Kohlekraftwerke kommen auf Gestehungskosten von 15,1 bis 25,7 Cent. Strom aus AKWs kommt sogar auf 13,6 bis 49,0 Cent.

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Was bei diesen Kalkulationen nicht berücksichtigt wird, ist die Tatsache, dass Winde manchmal ausbleiben und die Sonne nur tagsüber scheint. Um die Versorgung dauernd zu garantieren, bedarf es deshalb größerer Pufferkraftwerke oder -batterien. Doch da die befürchteten Dunkelflauten selten sind und die Pufferkraftwerke folglich meist ungenutzt vor sich hin dösen, ist ihr Notstrom recht teuer. Die Hamburger Unternehmensberatung Aurora errechnete Pufferkosten von bis zu zehn Euro pro Kilowattstunde.

Pufferkosten sinken

Doch das war vor fünf Jahren. Den neuesten Zahlen der Internationalen Agentur für Erneuerbare Energien (IRENA) zufolge sind die Kosten für den Pufferstrom so weit gesunken, dass Erneuerbare auch dann günstiger als fossile Energien sind, wenn die Kosten für die Versorgungssicherheit eingerechnet werden. Zumindest gilt das für sonnen- und windreiche Regionen. Dort liegen die Gesamtkosten für zuverlässigen Strom rund um die Uhr aus Solaranlagen mit Pufferspeicher zwischen 5,4 und 8,2 US-Cent pro Kilowattstunde. Moderne Gaskraftwerke kommen auf Kosten von 10 Cent für die Kilowattstunde.

Die IRENA-Definition bezieht sich allerdings nur auf eine Zuverlässigkeit von 95 Prozent. Anders als die gängigen Definitionen umfasst sie nicht die Fähigkeit, Spitzenlasten zu decken – zum Beispiel bei Generatorausfällen oder Netzstörungen.

Hauptgrund der niedrigen Kosten für Dauerstrom aus Erneuerbaren sind die sinkenden Preise für Solaranlagen und Batteriespeicher. Solaranlagen kosten heute 87 Prozent weniger als im Jahr 2010. Die Preise für Batteriespeicher sanken im gleichen Zeitraum sogar um 93 Prozent.

Dank der sinkenden Pufferkosten ist es auch für weniger begünstigte Gebiete nur eine Frage der Zeit, bis dort Wind- oder Solaranlagen deutlich günstigeren Strom sicher bereitstellen als fossil betriebene Kraftwerke. So liegen die Gestehungskosten für Windstrom vom Festland plus Speicher in Deutschland heute beispielsweise bei 8,8 bis 9,4 US-Cent pro Kilowattstunde. Deutschland hat an Land zwar weder Gebiete mit stetigen Winden wie Spanien oder Texas, noch verfügt es über sonnenreiche Wüstenzonen wie Saudi-Arabien oder Marokko. Dennoch liegen die Gestehungskosten für speichergestützten Strom auch hierzulande unterhalb der Kosten von Gaskraftwerken.

Der Abstand dürfte sich, so prognostiziert IRENA, künftig vergrößern. In Deutschland erwartet die Energie-Agentur bis zum Jahre 2030 Kosten von 4,9 bis 7,5 Cent. Bis 2035 sollen die Kosten auf 4,6 bis 6,7 US-Cent fallen.

Speicherbatterien immer billiger

Die entscheidende Veränderung liegt im Siegeszug der Speicherbatterien. Mit ihm wandeln sich Wind- und Sonnenanlagen von bedingt zuverlässigen zu sicheren Energiequellen. Die Energieagentur der OECD, IEA, sieht Batteriespeicher als die am schnellsten wachsende Energietechnik – mit stark fallenden Preisen. Zwischen 2010 und 2025 fielen die Preise von 1445 auf 108 US-Dollar; Tendenz weiterhin nach unten.

Batteriespeicher auf dem Vormarsch China führt (IEA)

Seit dem Jahr 2021 vergrößerte sich die weltweit installierte Speicherkapazität um das Elffache. Allein im vergangenen Jahr kamen 108 Gigawatt hinzu – ein Wachstum um 40 Prozent. Vor allem in China wächst die Leistung der Batteriespeicher. Mit einem Zuwachs von mehr als 60 Gigawatt übertraf im vergangen Jahr der chinesische Ausbau das Speicherwachstum in den USA etwa um das Dreifache.

Mehr: Utopia; IEA

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