Im vergangenen Jahr gingen über 80 Prozent aller neugebauten Energiekapazität an Erneuerbare. Investitionen in Fossile sind nur noch eine Restgröße.

Die Erneuerbaren sind die Energien der Zukunft. Allein im vergangenen Jahr betrug der Zuwachs 692 Gigawatt. Die gesamte Kapazität stieg damit immerhin um 15,5 Prozent auf 5149 Gigawatt. Laut des kürzlich erschienenen Jahreberichtes der Internationalen Organisation für Erneuerbare Energien (IRENA) stellt der Kapazitätszuwachs in fossile Energien nur noch eine Restgröße dar: Ganze 14,4 Prozent des Energieausbaus gingen auf das Konto von nicht erneuerbaren Energien. Die weltweite Kapazität der Kernenergie sank im vergangenen Jahr sogar um 0,3 Prozent.
„Inmitten unsicherer Zeiten schreitet der Ausbau der erneuerbaren Energien beständig (…) voran. Dies ist nicht nur ein Zeichen für bestimmte Marktpräferenzen, sondern belegt auch mit aller Deutlichkeit, dass erneuerbare Energien Stabilität bieten“, betont Francesco La Camera, Generaldirektor der IRENA. Ein dezentralisiertes Energiesystem mit einem hohen Anteil an regenerativen Energien und mehr hohen Zahl von Anbietern – wie sie im Regelfall bei Erneuerbaren gegeben ist – ist nach La Cameras Ansicht stabiler als die Versorgung mit Gas, Kohle oder Öl.
Länder, die in die Energiewende investiert hätten, überstünden die aktuelle Krise mit geringeren Schäden. Denn die regenerativen Energien stünden für mehr Zuverlässigkeit, Stabilität und Wettbewerbsfähigkeit. Hinzu kommt, dass die Regenerativen deutlich günstiger als Erdgas, Erdöl oder Kohle sind.
Solar führt
Wie bereits im Vorjahr machte die Solarenergie mit 511 Gigawatt, also einem Anteil von 75 Prozent, den größten Teil des Zuwachses an regenerativen Energien aus. An zweiter Stelle folgte die Windenergie mit 159 Gigawatt. Die beiden Energiequellen kamen immerhin auf 96,8 Prozent des gesamten Nettoausbaus bei den alternativen Energien. Bioenergie belegte mit großem Abstand den dritten Platz. Sie trug 3,4 Gigawatt und 2,3 Prozent zum Gesamtausbau der Erneuerbaren bei.
Die Unterschiede zwischen Ländern und Regionen sind beträchtlich. So gehen immerhin 74,2 Prozent der neu installierten Leistung aus regenerativen Energien auf das Konto der asiatischen Länder. Hier betrug der Zuwachs mit 513,3 Gigawatt 21,6 Prozent. Innerhalb Asiens legte der Nahe Osten um beachtliche 28,9 Prozent zu. In Afrika summierte sich der Zuwachs mit 11,3 Gigawatt auf 15,9 Prozent. Die führenden Länder waren dabei Äthiopien, Sudafrika und Ägypten. Bei der installierten weltweiten Gesamtkapazität war Asien mit 2891 Gigawatt führend bei den Erneuerbaren – gefolgt von Europa mit 934 Gigawatt.
Erneuerbare in Deutschland
Wo steht Deutschland im europäischen und weltweiten Vergleich? In Europa betrug der Zuwachs mit 76,8 Gigatt 9,0 Prozent. Mehr als ein Viertel davon entfielen auf Deutschland. Dessen neuinstallierte Kapazität stieg mit 20,5 Gigawatt um 11,4 Prozent an. In Europa schneidet Deutschland also vergleichsweise gut ab. Weltweit sieht die Bilanz beim Zubau hingegen bescheidener aus.
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