Ein Absolvent der Universität in Greifswald hat am Beispiel von China erstmals berechnet, was weniger kostet: Investitionen in Solar- und Windanlagen oder in fossile Kraftwerke. Das Ergebnis ist eindeutig – und eine Ermutigung für die Energiewende hier und anderswo.

Dói Ennoson, studierter Politikwissenschaftler von der Universität Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern, hat sich als Berater deutscher Unternehmen in China, Kolumnist und Keynote-Speaker einen Namen gemacht. Jetzt hat der Autor des Anleger-Online-Portals Finanzmarktwelt am Beispiel Chinas erstmals berechnet, ob Investitionen in Solar- und Windanlagen oder in Gas-, Kohle- und Atom wirtschaftlicher sind. Das Ergebnis ist eindeutig und eine Ermutigung für die Befürworter der Energiewende hier und anderswo auf der Welt. Mit Ausnahme des Zeitraums vom Herbst 2020 bis Herbst 2021 war es für die Chinesen günstiger, in neue Solar- und Windanlagen denn in fossile und atomare Kraftwerke zu investieren. Im Vergleich zur Energiepolitik im Jahr 2015 und zu einem anhaltenden gleichen Ausbau der klimaschädlichen Stromproduktion sparte China auf diese Weise in der jüngeren Vergangenheit mindestens sechs Milliarden US-Dollar pro Jahr. „Unter Einbeziehung der zusätzlichen Kapital-, Betriebs- und externen Kosten, die ein vergleichbarer fossiler oder atomarer Ersatzpfad verursacht hätte, steigt die reale Ersparnis auf 70 bis 90 Milliarden US-Dollar pro Jahr“, so Ennoson.
Elektroautos erhöhen Einsparungen durch Erneuerbare
Damit nicht genug. So zahlte sich auch der massive Umstieg auf Elektroautos für China extrem aus, weil das Land dadurch auf den Import von etwa einer Million Barrel Öl pro Tag verzichten konnte. Das entspricht rund 20 Milliarden US-Dollar pro Jahr, wodurch sich die Einsparungen im Reich der Mitte durch die Energiewende auf etwa 100 Milliarden US-Dollar jährlich erhöhen – Tendenz steigend. Befeuert wird der Schwenk zu den erneuerbaren Energien durch die Verbilligung der Solar- und Windanlagen, deren Investitionskosten in der vergangenen Jahren von 0,63 US-Dollar pro Watt auf 0,48 US-Dollar sanken.
Trotz neuer Kohlemeiler sinkt der Anteil an der Stromerzeugung
Das erklärt auch, weshalb die Volksrepublik mit großem Tempo die Erneuerbaren weiter ausbaut. So entstanden in diesem Jahr bis September neue Solaranlagen mit einer Leistung von 240,3 Gigawatt, das entspricht rund 240 großen Kohlemeilern, und neue Windräder mit einer Leistung von 61,1 Gigawatt, etwa so viel wie 61 große Kohlekraftwerke. Zwar wurden gleichzeitig auch neue Gas- und Kohlekraftwerke mit einer Leistung von 56,7 Gigawatt in Betrieb genommen. Das verhinderte jedoch nicht, dass der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung weiter auf 59,6 Prozent sank – gegenüber 75 Prozent im Jahr 2015. In Deutschland betrug der Anteil der Kohle an der Stromerzeugung zuletzt 22,7 Prozent und beim Gas 16,2 Prozent.
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