Europa macht Schluss mit der Abhängigkeit von Asiens Batterie-Fabriken

Batterien für E-Autos kommen aus Asien. Diese Weisheit ist von gestern. Bis 2030 sollen mehr als 30 neue Werke in Europa entstehen. Allein VW plant sechs 40-Gigawatt-Fabriken.

Batteriebau im VW-Werk Braunschweig Europas Autobauer werden autarker (Foto: Volkswagen)

CATL aus China, LG Energy Solution aus Korea, Panasonic aus Japan, BYD aus China, Samsung SDI aus Korea: Die großen Batterie-Lieferer der europäischen Automobil-Industrie sind in Asien zuhause. Doch das ändert sich nach einer jüngst erschienenen Übersicht der Umwelt-Denkfabrik Transport & Environment gerade. Eine Liebesaffäre sei entstanden zwischen den Batterie-Herstellern und Europa, heißt es in dem Bericht. Im Folgenden ein Blick über die wichtigsten Projekte.

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VW gab vor kurzem den Standort seines dritten Batteriewerks bekannt. Die Wolfsburger haben sich für Sagunto bei Valencia entschieden. Die beiden anderen, bis jetzt bekannt gegebenen, Standorte sind Braunschweig und Skellefteå (mit Northvolt) in Nordschweden. Fest steht, dass eine weitere Batterie-Fabrik in Osteuropa entsteht. Die geplanten Orte für die zwei verbleibenden Werke sind noch nicht bekannt. Alle sechs Werke werden Batterien mit einer jährlichen Kapazität von insgesamt mindestens 240 Gigawattstunden (GWh) produzieren. Jedes der Werke soll mit 40 GWh Batteriekapazität etwa doppelt so viel produzieren wie die berühmte Tesla Gigafactory 1 in der Wüste von Nevada.

Auch VW-Partner Northvolt hat mehrere Eisen im Feuer. Die Schweden wollen eine Fabrik in der Umgebung von Göteborg errichten. Sie soll Volvo ab 2025 beliefern. Dazu kommt das Werk im holsteinischen Heide.

Etwa 370 Kilometer südöstlich davon zieht Tesla auf seinem Werksgelände in Grünheide eine Gigafactory hoch. Die Kapazität soll jährlich 50 GWh betragen – erst einmal. Langfristig können es auch 250 GWh werden.

Bella Italia

Ein Traumziel für Batteriebauer ist Italien geworden. Das Land, “in dem die Zitronen blühen”, soll in Termoli an der Adria einem ACC-Werk Heimat geben. ACC, die gemeinsame Company von Mercedes, Stellantis und Total/Saft, hat zwar noch nicht verraten, wie groß die Fabrik werden soll. Insider schließen nicht aus, dass sie bis 2030 auf eine jährliche Produktion von 120 GWh kommt. Dazu kommt ein Acht-Gigawattstunden-Werk bei Neapel. Letzteres soll jedoch nur Bus- und Lastwagenbauer beliefern.

Italvolt, erst seit Kurzem zum Kreis der Batteriehersteller gestoßen, will auf einem ehemaligen Olivetti-Gelände nördlich von Turin bis 2024 eine Factory mit 45 GWh jährlich bauen. Das soll für gut eine halbe Million Stromer reichen. Sehr italienisch: Der Gebäude-Entwurf stammt aus der berühmten Design-Werkstatt Pininfarina.

Größtes Werk vorerst in Breslau

Die ACC-Konsorten errichten neben ihren italienischen Werken auch Anlagen im nordfranzösischen Douvrin und in Kaiserlautern mit Kapazitäten von je 40 GWh. Das größte Werk wird jedoch im polnischen Breslau stehen. LG Energy Solution wird zumindest ein paar Jahre lang mit 65 GWh Kapazität europaweit das Ranking anführen.

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