Fast ein Fünftel des US-Stroms stammt aus erneuerbaren Energien

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Trotz der fossil-orientierten Energiepolitik der US-Regierung unter Donald Trump wächst der Anteil des US-Stroms aus erneuerbaren Energien.

Windräder in Texas Erneuerbare liefern inzwischen 19 Prozent des US-Stroms (George/Pixabay)
Windräder in Texas Erneuerbare liefern inzwischen 19 Prozent des US-Stroms (George/Pixabay)

Inzwischen entfallen laut der Energiebehörde Energy Information Administration (eia) 17 Prozent des US-Stroms im Versorgungsmaßstab auf erneuerbare Energiequellen. Die Erzeugung aus kleineren Anlagen wie Dachpaneelen oder Balkonkraftwerken eingerechnet, kommt das US-Amt auf insgesamt 19 Prozent. Vor zehn Jahren lag der Anteil bei nur fünf Prozent. Vor allem die Solarkraft entwickelt sich geradezu stürmisch in den USA. Im Jahre 2015 lag ihr Anteil noch unter einem Prozent. Inzwischen liegt er bei neun Prozent. Allein im vergangenen Jahr legte die Solarenergie um 34 Prozent auf 389 000 Gigawatt zu.

Bei der Windkraft verlief die Zunahme mit einer Zunahme von nur drei Prozent weniger dynamisch – kein Wunder angesichts der Anti-Windkraft-Politik der Trump-Administration. Gleich zu Beginn seiner zweiten Amtszeit veranlasste US-Präsident Donald Trump den Stopp von fünf, zum Teil bereits im Bau befindlichen, Windkraftprojekten auf See. Im ​Wahlkampf hatte Trump unter dem Motto „Drill, Baby, drill!“ versprochen, die Windindustrie zu behindern und stattdessen die Fossil-Industrie zu fördern. Zwar hoben Gerichte die Baustopps wieder auf, so dass die Projekte weitergeführt werden konnten – und zum Teil inzwischen Strom liefern. Die destruktive Politik gegen die Windkraft wurde jedoch trotz der gerichtlichen Niederlagen beibehalten.

Unaufhaltbarer Siegeszug Erneuerbare expandieren in den USA (eia)
Unaufhaltsamer Siegeszug Erneuerbare expandieren in den USA (eia)

Milliarden gegen Erneuerbare

Statt auf Verbote setzt das Innenministerium inzwischen darauf, Investoren mit Milliardenbeträgen, sogenannten Buyouts, freiwillig zur Aufgabe der Projekte zu bewegen. So nahm zum Beispiel der deutsche Energieriese RWE vor wenigen Wochen eine Abfindung in Höhe von 1,2 Milliarden US-Dollar an, um sich aus geplanten Pachtverträgen vor den Küsten von Kalifornien, New York und Louisiana zurückzuziehen. Das Geld will die RWE stattdessen in fossile Gasprojekte stecken. „Nach sorgfältiger Prüfung wurde festgestellt, dass es in absehbarer Zeit keinen Weg gibt, diese Projekte in den USA zu genehmigen“, erklärte das Unternehmen.

Die US-Administration hat seit März mit mehreren Energiekonzernen vergleichbare Abkommen geschlossen. Die Regierung kauft dazu laufende bestehende Pachtverträge für Windparks zurück. Am Rückkauf ist allerdings die Bedingung geknüpft, dass der entschädigte Investor das Geld in fossile Projekte steckt. Der New York Times zufolge hat die Trump-Administration bereits etwa 3,9 Milliarden Dollar gezahlt, um Investoren vom Bau geplanter Windparks auf See abzuhalten.

Trump führt zum einen einen persönlich motivierten Kampf gegen die Windenergie. Er findet die Anlagen hässlich und sieht sie als Geldvernichter zuungunsten der Eigner benachbarter Grundstücke. Ein anderer gewichtiger Grund für die – im Vergleich zur Solarenergie – stärkere Behinderung der Windenergie ist die Tatsache, dass Windanlagen sich politisch und juristisch leichter verhindern lassen. Sie hängen zum Beispiel im Falle von Offshore-Windparks von Bundesgenehmigungen ab. Oder sie erfordern große Investitionen und Eingriffe in die Infrastruktur. Damit sind sie durch regulatorische Hürden oder den Entzug von Steuerermäßigungen verwundbarer. Solaranlagen sind in der Regel kleiner. Sie werden oft von Privatleuten betrieben. Häufig profitieren Farmer oder Mittelständler, also häufig republikanische Wähler, von diesen Solaranlagen – vor allem im sonnigen Süden der USA.

Preis des US-Stroms sinkt

Zwar konnte Trump das Wachstum zumindest der Windenergie verlangsamen. Stoppen wird er es – auf mittlere Sicht – wohl kaum. Denn Wind- und Sonnenenergie sind laut einer Analyse des Finanzhauses Lazard in den USA die kostengünstigste Form für neue Energieprojekte. Dies gelte auch ohne staatliche Förderung, so betont der Finanzdienstleister. In dem Bericht heißt es: „Trotz steigender und inflationärer Kosten bei allen Stromerzeugungstechnologien bleiben erneuerbare Energien die kostengünstigste Form der Stromerzeugung bei Neubauprojekten auf nicht subventionierter Basis und werden den Großteil der kurzfristigen Kapazitätserweiterungen in den USA ausmachen.“

Tatsächlich liegen die Strompreise in Bundesstaaten mit einen hohen Anteil an erneuerbaren US-Strom unter dem bundesweiten Durchschnitt. Unter den zehn Bundesstaaten mit den günstigsten Strompreisen haben sieben einen überdurchschnittlichen Anteil an Wind- und Sonnenstrom. Darunter gehören auch die windreichen Republikaner-Hochburgen Iowa und Oklahoma.

Mehr: Telepolis; Zero Carbon Analytics; Lazard

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