Gerne groß: Gigantische Solarprojekte in Saudi-Arabien

Der Umstieg von Erdöl und Erdgas auf nachhaltige Energien läuft in dem Wüstenstaat auf vollen Touren. Nach der jüngsten Einweihung eines 300-Megawatt-Photovoltaik-Parks, entsteht nun eine 1 500-Megawatt-Anlage. Weitere sollen folgen. Doch in kaum einem anderen Land der Welt liegt der Pro-Kopf-Verbrauch an Strom höher.

Kraft durch Sonne Solarfeld in Sakaka (Foto: ACWA)

Das jüngst mit viel Pomp und Prinzen eingeweihte Sakaka-Projekt liefert Strommengen, die in Deutschland für 750 000 Haushalte reichen würden. Der Strom ist nach Auskunft des Investors und Betreibers ACWA extrem günstig. Die Kilowattstunde wird umgerechnet für 1,96 Eurocent geliefert. Möglich macht es das Wüstenklima im nördlichen Saudi-Arabien. Die durchschnittliche Sonneneinstrahlung pro Quadratmeter ist mit 2200 Kilowattstunden mehr als doppelt so hoch wie in Deutschland. Für die über Jahrzehnte wirtschaftlich vernachlässigte Großstadt Sakaka ist der Bau und der Betrieb der Anlage ein wirtschaftlicher Segen. Fast hundert Prozent der Arbeitsplätze für den Solarpark sind mit Mitarbeitern aus der Region besetzt.

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Erst der Auftakt

Das Sakaka-Projekt ist zwar das erste Solarvorhaben in Saudi-Arabien im Versorgungsmaßstab. Tatsächlich ist es allerdings nicht mehr als der Auftakt für den Bau einer Reihe von größeren Anlagen. Vergeben ist bereits der Auftrag für das Solar-Kraftwerk Sudair, nördlich der Hauptstadt Riad. Die indische Mischkonzern Larsen & Toubro (L&T) baut dort ein 1 500-Megawatt-Solarkraftwerk. Sudair soll etwa 2.9 Millionen Tonnen an klimaschädlichen Emissionen einsparen. Die Kosten pro erzeugtem Kilowatt liegen mit umgerechnet 1,03 Eurocent noch um ein Drittel niedriger als im Solarkraftwerk Sakaka.

Ziel des saudischen Energieministeriums ist die Errichtung von Solarkapazitäten in Höhe von 58,7 Gigawatt bis 2030. Das entspricht fast dem Vierzigfachen der Leistung, die in Sudair bereit gestellt werden soll. Das Ziel ist ambitioniert, denn zurzeit beläuft sich die Kapazität der saudischen Stromerzeugung aus sämtlichen Energiequellen auf schätzungsweise 90 Gigawatt. Der Stromverbrauch pro Kopf ist mit 9.346 Kilowattstunden (2015) etwa dreimal so hoch wie in Deutschland. Pro Jahr legt er um fünf Prozent zu. Die allgemeine Stromverschwendung wird durch die staatliche Stützung der Strompreise angeheizt. Ein Privathaushalt zahlt nur rund 5 Cent für die Kilowattstunde.

Mehr: ACWA Power

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