Hamburg gegen Angebersound – Künstlicher Motorlärm für E-Autos nur noch gedrosselt

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Ursprünglich waren E-Autos leise. Schön! Doch immer mehr Hersteller bauen Brüllfunktionen ein, damit auch die Stromer genauso wie Verbrenner so richtig schön Angebersound machen. Hamburg will dem nun ein Ende bereiten.

Wo ist der Ellbogen? Verschwindet mit dem E-Auto der vertraute Angebersound aus unseren Straßen (Rudolpho Duba/Pixelio.de)
Wo ist der Ellbogen? Verschwindet mit dem E-Auto der vertraute
Angebersound aus Deutschlands Straßen (Rudolpho Duba/Pixelio.de)

Stromer surren. Manchmal jaulen oder heulen sie auch leise. Beim langsamen Fahren zum Beispiel. Sollen sie auch. Denn Fußgänger oder Radfahrer würden sonst annehmen, es sei kein Fahrzeug in der Nähe. AVAS (Acoustic Vehicle Alerting System) nennt sich diese Funktion. Sie ist vorgeschrieben.

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Doch darum geht es nicht bei dem Vorstoß von Hamburger Politikern. Es geht um den – künstlich erzeugten – satten Motorsound von E-Autos, der den Lärm hochtouriger Verbrenner imitiert. Die Hamburger wollen nun den Angebersound zumindest für E-Autos verbieten. Ole Thorben Buschhüter, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion Hamburg meint dazu: „Technischer Fortschritt sollte Verkehrslärm reduzieren und ihn nicht künstlich wieder zurückholen.“ 

Angebersound macht krank

Stein des Anstoßes sind für die Hamburger rot-grüne Koalition die künstlich erzeugten Sounds, die keinerlei Sicherheitsfunktionen haben, sondern lediglich E-Autos mit Emotionen aufladen. Ursprünglich wurden die Kunstgeräusche für Stromer nur bis Tempo 30 erzeugt. Bei höheren Geschwindigkeiten reichten hingegen die Roll- und Windgeräusche, um Fußgänger oder Radfahrer zu warnen. Rosa Domm, Sprecherin für Mobilität der Grünen Fraktion Hamburg kommentiert: „Zu viel Lärm verursacht Stress und macht krank. (…) Überlegungen der Hersteller, E-Fahrzeuge auch bei höherem Tempo mit künstlichem Motorengeräusch nachzurüsten, sind ein Schritt in die falsche Richtung. Für alle, die von täglichem Straßenlärm geplagt sind, klingen solche Pläne wie ein schlechter Scherz.“ 

Allein kann Hamburg das Verbot gegen den Angebersound allerdings nicht durchsetzen. Schließlich ist der Rechtsrahmen für die Zulassung von Fahrzeugen Bundes- und EU-Sache. Die Hamburger Bürgerschaft will daher ihren Senat auffordern, sich im Bundesrat für ein entsprechendes Verbot einzusetzen.

Gleichzeitig will Hamburg über den Bundesrat ein Gesetz gegen das sogenannte Autoposing voranbringen. Beim Autoposing geben die Fahrer im Leerlauf Gas, lassen die Motoren aufheulen oder fahren laut und schnell durch die Innenstädte. Vielfach sind die Motoren manipuliert, so dass die Fahrzeuge dröhnen und Knallgeräusche von sich geben. Die Umbauten gehen oft so weit, dass die Betriebserlaubnis erlischt. Wenig erstaunlich: Die Autoposing-Szene ist vor allem von jungen benachteiligten Männern geprägt.

Mehr: SPD-Fraktion Hamburg; Auto Bild

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