Hitzewelle kostet deutscher Wirtschaft Tag für Tag 431 Millionen Euro

ANZEIGE

Die aktuelle Hitzewelle ist nicht nur quälend und eine gesundheitliche Bedrohung für Millionen. Sie verursacht deutschen Unternehmen auch täglich Kosten von fast einer halbe Milliarde Euro.

Sommer in der Stadt Die Hitzewelle lähmt die Wirtschaft (InfoTimisoara)
Sommer in der Stadt Hitzewelle lähmt die Wirtschaft (InfoTimisoara)

Jeder Hitzetag, an dem das Thermometer auf über 30 Grad Clesius klettert, kostet der deutschen Wirtschaft 431 Millionen Euro. Das ist das Ergebnis einer Studie der Beratungsgesellschaft Prognos im Auftrag des Bundesarbeitsministeriums. Hitzebedingte Erkrankungen und Unfälle führen zu 76 500 Fehltagen. Sie stehen allerdings mit rund 13 Millionen Euro allerdings nur für etwa drei Prozent der gesamten Hitzekosten.

Schlimmer ist für die Betriebe der hitzebedingte Rückgang der Produktivität. Auf ihn entfallen die restlichen 97 Prozent der Kosten. Wenn die Temperaturen steigen, sind viele Mitarbeiter schnell erschöpft, fühlen sich unwohl oder arbeiten unkonzentriert. Vielfach kommen sie nach Hitzenächten mit tropischen Temperaturen von über 20 Grad unausgeschlafen zur Arbeit.

Klimawandel führt zu häufigeren Hitzewellen

Prognos betont, dass die errechneten Kosten eher eine Untergrenze sind. Denn nicht alle Folgekosten von Hitzetagen können vollständig erfasst werden. Für die Zeit in den Jahren 2032 bis 2060 gehen die Prognos-Forscher von zusätzlich fünf bis zehn heißen Tagen pro Jahr im Schnitt für Deutschland aus. Die jährlichen Gesamtkosten belaufen sich laut Studie daher auf etwa 2,1 bis fast 4,5 Milliarden Euro. Darin sind allerdings nicht die indirekten Folgeschäden bei Zulieferbetrieben und nachgelagerten Unternehmen enthalten. Hitzekosten könnten sich dadurch verdoppeln. Die Gesamtkosten beliefen sich folglich auf 4,2 bis knapp neun Milliarden Euro.

Die Hitzetage nehmen – bedingt durch den Klimawandel – von Jahr zu Jahr zu. Laut Deutschem Wetterdienst gab es davon in den Jahren 1961 bis 1990 im Schnitt 4,2 pro Jahr. In den Jahren danach bis 2020 waren es mit 8,9 Hitzetagen mehr als doppelt soviel. Im vergangenen Jahr gab es elf Hitzetage.

Tausende Tote

Hitze ist eine der gesundheitsschädlichsten Umweltfaktoren. Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts starben im vergangenen Jahr an den Folgen großer Hitze etwa 2500 Menschen in Deutschland. Vor allem ältere Menschen sterben während der Hitzewellen. Während der extremen Hitzewelle im Jahre 2003 fielen allein Großraum Paris fast 5000 Menschen der Hitze zum Opfer. In ganz Frankreich, dass damals stärker als andere europäische Länder vom heißen Wetter betroffen war, starben 15 000 – meist ältere – Menschen.

Meist ist es eine Verbindung von Vorerkrankungen wie Herz-Kreislauf-Problemen und der Hitze, die zum Tode führt. Bei der Diagnose der Todesursache wird jedoch in der Regel nur die Vorerkrankung aufgeführt. Die Schätzungen zur Zahl der Hitzetoten basieren daher vor allem auf statistische Analysen der Übersterblichkeit.

Mehr: Prognos; Utopia


ANZEIGE

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*