In kaum einem anderen Land legen die Erneuerbaren so zu wie in Indien. Allein die Solarkraft legte in diesem Jahr um 30 Prozent zu. Bis 2030 will das größte Land der Erde seine nicht-fossile Energiekapazität auf 500 Gigawatt steigern.

Fast die Hälfte der Wegstrecke hat Indien bereits zurückgelegt. Ende September konnte Energieminister Pralhad Joshi melden, dass 247 Gigawatt erneuerbarer Energiekapazität verbaut seien. Damit hat das bevölkerungsreichste Land der Erde die installierte Leistung der Erneuerbaren seit dem Jahr 2015 um rund das Achtfache gesteigert. Über die Hälfte der installierten Stromerzeugung basiert auf erneuerbaren Energiequellen.
Größter Treiber ist in dem vorwiegend tropischen Land die Sonnenenergie. Sie legte, den Zahlen des Consulters JMK Research & Analytics für die ersten neun Monate dieses Jahres zufolge, um 23,8 Prozent auf rund 127 Gigawatt installierte Leistung zu. Die Solaranlagen – Anlagen ohne Zugang zum Netz nicht eingerechnet – repräsentieren heute etwa ein Viertel der verbauten Kapazität. Der größte Teil des Zuwachses entfällt zwar auf Großanlagen. Allerdings entwickelte sich der Zuwachs der Dachanlagen besonders dynamisch. Von Januar bis September dieses Jahres wurden davon 5,8 GW verbaut, 81,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Indien hat inzwischen Japan als drittgrößten Solarstromproduzenten überholt. Die ersten Plätze entfallen auf China und die USA.
Klimaziel wird erreicht fünf Jahre früher als erwartet
Auch die Windkraft wächst überdurchschnittlich. Mit 4,96 Gigawatt neu installierter Leistung stieg sie in diesem Jahr bis September um 9,6 Prozent auf rund 53 Gigawatt an. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum hat sich der Zuwachs in diesem Jahr allerdings fast verdoppelt. Die Windkraft macht inzwischen rund zehn Prozent der installierten Kraftwerkskapazität aus.
Mit den aktuellen Zahlen erreicht Indien eines seiner Pariser Klimaziele fünf Jahre früher als geplant. Das Schwellenland hatte sich verpflichtet, bis 2030 den Anteil nicht-fossiler Energiequellen auf 50 Prozent der installierten Stromkapazität auszubauen. Der weitere Zubau dürfte im gewohnten Tempo voran gehen. Für die letzten drei Monate des laufenden Jahres werden 11 bis 12 Gigawatt zusätzlicher Wind- und Sonnenenergie-Kapazität erwartet.
Damit käme Indien zum Jahresende auf eine Rekordmarke von rund 260 Gigawatt an nachhaltiger Kapazität. Wahrscheinlich erreicht das Land ein weiteres Klimaziel, die Installation von 500 Gigawatt nicht-fossiler Stromerzeugung, noch vor dem angestrebten Jahr 2030. Zum Vergleich: In Deutschland, dessen Bruttosozialprodukt mit 4,68 Billionen Dollar etwa 20 Prozent über dem Indiens liegt, summierte sich die gesamte installierte Leistung der Erneuerbaren Ende vergangenen Jahres auf rund 188 Gigawatt.

Jedoch entwickelt der Ausbau der Erneuerbaren je nach Bundesstaat unterschiedlich. Rund 84 Prozent des Zuwachses an Wind- und Sonnenenergie-Kapazität entfallen auf nur fünf der insgesamt 29 Bundesstaaten: Gujarat, Rajasthan, Maharashtra, Karnataka und Tamil Nadu. Gujarat führte das Ranking mit etwa 8,5 Gigawatt an. Rajasthan und Maharashtra folgen mit etwa acht und sieben Gigawatt dicht darauf.
Indien – Netze katastrophal
Traurig, aber wahr: Trotz der unbestrittenen Erfolge beim Ausbau der Erneuerbaren bleibt die Kohle mit 1518 Terawattstunden die Hauptstromquelle. Mit 240,5 Terawattstunden deckten die Erneuerbaren im vergangenen Jahr nur 11,8 Prozent des Stromverbrauchs von insgesamt 2030 Terawattstunden. Grund für die unzureichende Nutzung der verbauten Kapazitäten erneuerbarer Stromquellen sind vor allem der katastrophale Zustand der Netze, der mangelnde Speicherausbau sowie das kaum vorhandene Lastmanagement.
Mehr: JMK Research & Analytics


Was bringt es, wenn wir in Deutschland soviele Erneuerbare errichten, wenn die anderen Länder nichts tun!
Tja, um Fakten kümmern sich die Schwurbler und Ewiggestrigen ja nie. Und Indien ist ja nur ein Beispiel von vielen Ländern, wo die Energiewende längst massiv läuft.