Inflation: Elektroauto-Preise gehen besonders stark nach oben

Sahnen die Konzerne im Windschatten der allgemeinen Inflation zusätzlich ab? Immerhin stiegen die Preise für Stromer innerhalb von zwölf Monaten um 14,5 Prozent. Der Anstieg ist fast doppelt so hoch wie die Durchschnittsrate.

E-Auto Stärkerer Preisanstieg als allgemeine Inflation
E-Auto Stärkerer Preisanstieg als allgemeine Inflation (capital street fx/Pixabay)

Zwar gingen auch die Preise von Verbrennern nach oben. Doch mit 12,5 Prozent lag der Anstieg für herkömmliche PKW noch leicht unter der Inflation für Stromer. Zum Vergleich: Die allgemeine Teuerung lag in den vergangenen 12 Monaten bei 7,5 Prozent.

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Das Duisburger Centers für Automotive Research (CAR) hatte die Preisentwicklung der 15 populärsten E-Autos untersucht. So waren die Preise für den Tesla Model 3, den Fiat 500e und den VW ID.3 um 8520 Euro, 6430 Euro beziehungsweise 2600 Euro gestiegen. Möglicher Grund für die Preissteigerungen seien die explodierenden Preise für Materialien und für Chips, heißt es in der Fachpresse. Da in den Stromern mehr Halbleiter und elektrische Teile verbaut sind als in fossilen Fahrzeugen stiegen die E-Auto-Preise stärker.

Kein Ende der Inflation für Stromer

Dem Handelsblatt erklärte Ferdinand Dudenhöffer: “Das ist kein deutsches Phänomen; überall steigen die Preise für Elektroautos”. Der CAR-Direktor geht davon aus, das die Stromer-Inflation weiter anhalten wird. Die in Deutschland gewährten staatlichen Kaufprämien reichten nicht aus, um den Preisauftrieb zu neutralisieren. Im kommenden Jahr würde sich die Situation noch verschärfen. Denn die Ampel-Regierung will ab 2023 Hybrid-Fahrzeuge nicht mehr fördern. Die Subventionen für Vollstromer, die weniger als 40 000 kosten, soll von 6000 auf 4500 Euro gekürzt werden.

Dudenhöffer befürchtet, dass im Herbst des kommenden Jahres die eingeplanten 2,5 Milliarden Euro aufgebraucht seien. Angesichts der Inflation sei kaum jemand bereit, für einen batterieelektrischen Kleinwagen 35 000 Euro zu zahlen. Dann könne der Markt für dieses Segment zusammenbrechen. “Die Ampel und Minister Habeck ziehen dem Elektroauto den Stecker”, erklärte Dudenhöffer dazu. In der Luxusklasse seien die Käufer weniger preissensibel. Sie zahlten die Listenpreise auch ohne staatlichen Zuschuss.

Sind die Konzerne Preistreiber?

Die hohen Preise für E-Autos sorgen in einschlägigen Foren für Verwunderung. Zu Beginn des Elektroauto-Booms habe es immer wieder geheißen, dass ein E-Auto einfacher aufgebaut sei, heißt es dort. Die Kommentatoren weisen darauf hin, dass ein E-Auto ein Viertel weniger Teile brauche. Auch die Kosten für die Batterien seien erheblich gesunken. Immer wieder wird der Verdacht geäußert, dass die Konzerne sich im Windschatten der allgemeinen Inflation einen Extrazuschlag zu Lasten der Verbraucher gönnten.

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