KI: Klimakosten durch Rechenzentren könnten von aktuell 13 Milliarden auf 50 Milliarden Dollar pro Jahr bis 2030 steigen

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Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) sind ein Fluch für das Klima, insbesondere wenn sie in Ländern wie Deutschland in Betrieb gehen. Das sagt kein Ökoprediger, sondern – aufgepasst! – der deutsche Versicherungskonzern Allianz.

Stromfresser Rechenzentrum: Deutschland unter den Schlusslichtern bei Klimafreundlichkeit in Europa (Foto: The Digital Artist / KI-generiert / pixabay)
Stromfresser Rechenzentrum: Deutschland unter den Schlusslichtern bei Klimafreundlichkeit in Europa (Foto: The Digital Artist / KI-generiert / pixabay)

Dass Künstliche Intelligenz (KI) riesige Rechenzentren mit hohem Stromverbrauch benötigt, rückt immer mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit. Dass es damit schlechter als gedacht bestellt ist, zeigt eine Untersuchung von Allianz Trade, einem Tochterunternehmen des Münchner Versicherungskonzerns Allianz. Weil zu dem Riesen von der Isar auch der Rückversicherer Munich Re gehört, der wegen wachsender Schäden durch Extremwetter in Folge des Klimawandels zunehmend zur Kasse gebeten wird, hat dessen Kreditversicherungsschwester Allianz Trade die Folgen der Rechenzentren für die Erderwärmung unter die Lupe genommen – mit erschreckendem Ergebnis: „Die Klimaschäden durch Rechenzentren belaufen sich heute auf rund 68 Milliarden US-Dollar jährlich und könnten bis 2030 auf bis zu 154 Milliarden US-Dollar steigen“, sagt Patrick Hoffmann, Senior Klimaökonom bei der Allianz. „KI trägt bereits etwa 13 Milliarden US-Dollar dazu bei, mit Potenzial auf über 50 Milliarden US-Dollar.

Rechenzentren verursachen unterschiedlich viel CO2

Die Klimaschäden durch neue Rechenzentren hängen davon ab, wie der Strom für die Anlagen erzeugt wird – mit Hilfe fossiler Energieträger oder mit klimaschonenden Solar-, Wind, Bio-, und Wasserkraftwerken. Rund 70 Prozent der neuen Rechenzentren entstehen in den USA und China, wo pro Kilowattstunde Strom 384  Gramm (USA) und 526 Gramm (China) klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre geblasen werden. In Ländern wie Malaysia, Indien und Indonesien sind es aufgrund des noch höheren Kohleanteils an der Stromerzeugung sogar mehr als 600 Gramm.

Weichen für klimafreundliche KI-Infrastruktur nötig

Im Vergleich dazu steht Europa laut Allianz Trade zwar besser da. Deutschland jedoch, wo Riesenrechenzentren etwa in NRW und Ostdeutschland von Lidl geplant sind, droht zum KI-Schmuddelkind abzusteigen. „Deutschland gehört in Europa“, so Allianz-Experte Hofmann, „eher zu den Schlusslichtern. Hierzulande liegen die Emissionen durch den deutschen Strommix bei 329 Gramm CO2 pro Kilowattstunde.“ Dies liege zwar unter dem Niveau der USA und Chinas, aber deutlich höher als beispielsweise in Skandinavien. Grund sei der der weiterhin hohe Anteil an Kohleverstromung von 20,6 Prozent. Aus diesem Grund appelliert Hofmann an die EU und die Bundesregierung: Europa habe hier klare Vorteile – doch ohne konsequenten Ausbau erneuerbarer Energien drohe dieser Vorsprung verloren zu gehen. „Die Weichen für klimafreundliche KI-Infrastruktur müssen jetzt gestellt werden.“

Mehr: Allianz-Trade 

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