Klimaschutzbewegung radikalisiert sich

Wann gibt es den ersten Toten? Diese Frage stellt sich nach den Verkehrsblockaden in Berlin durch die Aktivistengruppe “Letzte Generation”. Feststeht: Die Klimaschutzbewegung radikalisert sich.

Logo der Umweltaktivisten-Gruppe “Letzte Generation”: Reaktion auf Rückkehr der Bundesregierung zu fossilen Energien (Quelle: Letzte Generation”

Dem Mercedes-Fahrer war schnuppe, dass da eine Frau vor seinem Auto stand. Er gab Gas und schob sie so lange vor sich her, bis sie aus Sorge um ihre körperliche Unversehrtheit zur Seite trat. Versuchte Körperverletzung, Nötigung? Die Polizei ermittelt gegen den Aggressor hinterm Steuer, nahm aber gleichzeitig 75 Mitstreiter der Blockiererin vorläufig fest.

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Die Selbstjustiz per Mercedes ist ein Warnsignal an die Ampel-Koaltion, wozu ihre Entscheidung in den kommenden Monaten führen kann, Klimaziele kleinzukochen zugunsten von Sanktionen gegen Russland wegen des Krieges gegen die Ukraine: zu einer Radikalisierung der Klimaschutzbewegung mit ungeahnten Folgen.

Auf dem Asphalt festgeklebt

Vorbei scheint die Zeit, als Schüler unter dem Motto “Fridays for Future” Unterricht ausfallen ließen und sich für mehr Klimaschutz auf Straßen und Plätzen zu bunten Demonstrationen versammelten. Stattdessen macht seit Monaten eine Aktivistengruppe namens “Letzte Generation” von sich reden, die es nicht bei öffentlichen Zusammenkünften und Auftritten ihrer Gallionsfigur Greta Thunberg aus Schweden belässt, sondern Widerstand organisiert wie am vergangenen Dienstag in Berlin. Dort hatten Mitglieder von “Letzte Generation” Ausfahrten der Stadtautobahn blockiert, indem sich laut Polizei 21 Demonstranten auf der Straße festgeklebt und kilometerlange Staus verursacht hatten.

Grüne wechseln nach Regierungsbeteiligung die Seiten

“Letzte Generation” ist eine Umweltschutzgruppe, die Überschneidungen mit den radikalen Klimaaktivisten Extinction Rebellion hat und nach einem Gespräch mit dem damaligen Kanzlerkandidaten und heutigen Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) angekündigt hatte, Straßen zu blockieren, um die Verkehrswende zu forcieren. Zudem fiel die Gruppe mit spektakulären Aktionen gegen die herkömmliche Landwirtschaft und fossile Energien auf. Nachdem die “Letzte Generation” zunächst Zuspruch von den Grünen erhalten hatte, distanzieren sich führende Politiker der Ökopartei wie Landwirtschaftsminister Cem Özdemir inzwischen von den Aktivisten. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen hat zudem angekündigt, Kohlekraftwerke länger laufen zu lassen, um dadurch Gas-Exporteur Russland zu schaden.

Mehr: t-online.de

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