Mechanische Bäume fangen CO2 ein

Es reicht nicht, die CO2-Emissionen zu stoppen, damit die Erde nicht überhitzt. Das Treibhausgas muss auch in großen Mengen aus der Atmosphäre entfernt werden. Davon ist der Weltklimarat überzeugt. Ein US-Professor hat dafür eine geniale Idee.

Compteranimation der mechanischen Bäume Energie sparende CO2-Fänger Quelle: Carbon Collect

In den Szenarien des Weltklimarats IPCC, wie sich der globale Temperaturanstieg auf ein verträgliches Maß eingrenzen lässt, spielen Technologien, Kohlendioxid (CO2) aus der Luft zu entfernen, ein wichtige Rolle. Auf zwei Wegen könnten sie das Klima entlasten: Entweder das Gas wird eingefangen und dauerhaft in geeigneten Gesteinsformationen eingelagert – Englisch: Carbon Capture and Storage (CCS). Oder es ersetzt in industriellen Prozessen neu gewonnenes CO2 und verbessert auf diesem Weg die Bilanz. Etwa bei der Herstellung synthetischer Kraftstoffe (siehe auch Video unten).

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Durchlässige Säulen mit gestapelten Scheiben

Das US-Energieministerium fördert sechs solcher Projekte mit zwölf Millionen Dollar. 2,5 Millionen fließen in eine Entwicklung der Universität von Arizona, das die in Dublin ansässige Carbon Collect Limited kommerzialisiert. Ihr Erfinder, der deutschstämmige Klaus Lackner, nennt sie anschaulich mechanische Bäume.

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Anschauungsunterricht Wie funktionieren die CO2-Fänger

In Wirklichkeit sind es schlanke, durchlässige Säulen, die knapp zehn Meter in die Höhe ragen. Darin sind wie Schallplatten 150 Scheiben gestapelt, deren Oberflächen CO2 an sich binden, während die Luft hindurch strömt. Nach rund 20 Minuten sind sie gesättigt. Dann fahren die Säulen in einen Behälter, in dem Wasser und Dampf das Gas löst und es gesammelt wird.

Preiswerte Klimarettung

Die Methode verbraucht Lackner zufolge anders als Konkurrenztechniken wenig Energie. Und die Anlagen lassen sich relativ preiswert bauen. Derzeit koste eine Tonne herkömmlich gewonnenes CO2 rund 600 Dollar, rechnet der Professor vor. Er ist überzeugt, den Preis auf 30 Dollar drücken zu können. Auch auf Grund seiner Erfahrungen mit seinem Prototypen.

Unbestechliches Zertifikatesystem

Nach Lackners Überzeugung könnte das Einfangen des Treibhausgases den Übergang zur Klimaneutralität beträchtlich erleichtern und die wirtschaftlichen Kosten klein halten. Dafür schlägt er vor, einen Extra-Zertifikatehandel aufzubauen. Wer nachweisen kann, dass er eine Tonne CO2 sicher einsperrt, darf dafür eine Tonne aus fossilen Brennstoffen, sprich Kohle, Erdgas und Erdöl, freisetzen. “Das System ist kaum auszutricksen”, ist Lackner sich sicher.

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