Deutsche Bahn
Klimawandel schadet Deutscher Bahn

Die Deutsche Bahn, von Politikern zum Co-Klimaretter erkoren, muss fürchten, selbst unter dem Klimawandel zu leiden, sagt ein neues Gutachten. Die Folgen bekommen die Fahrgäste bereits zu spüren.

Vom Beförderungsmittel zum Brutkasten: Hitzewellen und Unwetter für die Bahn werden teuer (Foto: Portraitor / pixabay)

Obwohl durch Corona weniger Menschen Zug fahren und die Ein- und Aussteiger den Betrieb kaum aufhalten, plagt sich die Deutsche Bahn mit wieder wachsenden Verspätungen. Grund sind ausfallende Klimaanlagen durch die Hitzerekorde in diesem Monat. Die Bahn verzeichne ein „erhöhtes Störungsgeschehen“ bei den Klimaanlagen ihrer Züge, so Infrastruktur-Vorstand Ronald Pofalla. Und das ausgerechnet zu Beginn eines Sommers, von dem die Bahn sich viele Reisenden verspricht. Doch die vielen Hitzetagen dürften erst der Anfang, auch wenn der Juni bereits so heiß wie kein anderer vor ihm seit Aufzeichnungen der Temperaturen war.

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19 Hitzetage pro Jahr in Süddeutschland

Laut einem Gutachten des Potsdamer Klima-Instituts im Auftrag der Bahn stieg die Temperatur in Deutschland zwischen 1961 und 1990 durchschnittlich nur an 3,6 Tagen pro Jahr auf mehr als 30 Grad. Zwischen 1991 und 2020 waren es mehr an 8,1 Tagen, mehr als doppelt so oft. Für 2031 bis 2060 sagen die Forscher fast elf Tag voraus. Im Süden Deutschlands drohen sogar 19 Hitzetage. Zwar sind die Klimaanlagen der neuen Züge auf bis zu 45 Grad ausgelegt, die weit überwiegenden Waggons drohen jedoch zu Brutkästen zu mutieren, wenn es so heiß wird.

Klimawandel ist Realität

Wie teuer es kommt, die Züge auf hitzetauglich zu trimmen, weiß niemand. Allein die die halbjährliche Wartung der Klimaanlagen kostet einen zweistelligen Millionenbetrag pro Jahr. Hinzu kommen die Kosten durch häufigere Unwetter. Schon jetzt gibt die Bahn 125 Millionen Euro jährlich aus, um die Vegetation am Rande der Strecken zu pflegen, damit weniger Bäume durch Stürme auf die Gleise fallen. „Der Klimawandel ist längst Realität“, so Vorstand Pofalla. Die Bahn werde deshalb eine „Resilienz-Strategie“ entwickeln, um Züge sowie Bahnhöfe und Gleise auf den weiteren Klimawandel vorzubereiten.

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