Mobilitätswende kommt langsam, aber gewaltig: Jede fünfte Neuanmeldung 2025 galt einem Stromer

Der deutsche Markt für Verbrenner kränkelt. Der Markt für Stromer entwickelt sich dagegen solide. Auch in Westeuropa stiegen die E-Auto-Neuzulassungen auf 20 Prozent.

Schnellladestation von EnBW Stromer knacken in Westeuropa die 20-Prozent-Marke (Quelle: EnBW)

Schnellladestation von EnBW Stromer knacken in Westeuropa die 20-Prozent-Marke (Quelle: EnBW)

Das Jahr 2025 hat gute Chancen, als das Wendejahr der Elektromobilität in die Geschichte einzugehen. Im Jahresverlauf nahm die Zahl der Neuzulassungen von Stromern fast um zwei Drittel zu. Erhielten im Januar 34 498 E-Pkw ihre Neuzulassung, waren es im Dezember 54 774 E-Vehikel. Abgesehen von dem üblichen Sommereinbruch verzeichnet der Kurve für die Batteriefahrzeuge einen stetigen Anstieg.

In vergangenen Jahr lag die Anzahl der Neuzulassungen für Elektroautos sogar über dem Ausnahmejahr 2023. Der Stromermarkt war 2023, dem letzten Jahr mit Umweltprämie, von Mitnahmeeffekten geprägt. Looser des Autojahrs 2025 sind hingegen die reinen Verbrenner. Diesel und Benziner verlieren zwischen Januar und Dezember jeweils mehr als zehn Prozent. Verbrenner (ohne Hybridfahrzeuge) kommen nur noch auf einen Anteil von 41,4 Prozent (Vorjahr: 52,8 Prozent).

Stromer legen zu

Langsam, aber robust Stromer legen zu; Verbrenner verlieren (Kraftfahrt-Bundesamt)

Vollelektriker hatten im Gesamtjahr 2025 einen Anteil von 19,1 Prozent an den Neuzulassungen. Im Vorjahr waren es nur 13,5 Prozent. Insgesamt kamen über 545 000 Batterieautos (BEVs) neu auf Deutschlands Straßen – fast die Hälfte mehr als im Vorjahr. Da im Jahresverlauf das Interesse der Käufer an E-Autos zunahm, betrug die Stromer-Quote im November wie im Dezember 22,5 Prozent.

Im kommenden Jahr könnte sich die Nachfrage nach E-Autos weiter verstärken. Zum einen nimmt die Skepsis der Autofahrer gegenüber batterieelektrischen Antrieben langsam, aber zuverlässig ab. Die Zeiten, zu denen E-Autofahrer als schrullige Technik- und Umweltfreaks galten, sind vorüber. Zum anderen dürfte die geplante Umweltprämie für E-Autos den Markt gehörig anschieben. Sollte die Nachfrage weiter zulegen wie 2025, könnte bald dritte Neuzulassung einem Stromer gelten.

Deutschland nur Mittelmaß

In anderen Ländern ist die Drittelparität für BEVs allerdings schon längst erreicht oder weit übertroffen. Im November 2025 betrug die BEV-Quote in Norwegen rund 98 Prozent, in Dänemark 74 Prozent, in den Niederlanden 49 Prozent, in Belgien 43 Prozent oder in Schweden 40 Prozent. Selbst Länder im Umbruch wie Albanien oder die kriegsgeschüttelte Ukraine lagen mit 57 und 39 Prozent weit vor Deutschland. Auch das Schwellenland China erreichte im vergangenen Jahr die 30-Prozent-Marke.

Bezogen auf Westeuropa kann Deutschland nicht einmal mithalten, wenn die meist in Europas Süden angesiedelten Nachzügler wie Italien (12 Prozent) oder Spanien (10 Prozent) mitgezählt werden. Denn trotz der Stromer-Skepsis im Süden knackte der westeuropäische BEV-Markt im Jahr 2025 erstmals die Marke von 20 Prozent. Im November stieg die Rate sogar auf 25,5 Prozent.

Das Märchen von den Eigenzulassungen

Tröstlich für Deutschland: Der häufig vorgetragene Einwand, nach dem die Neuzulassungszahlen für Stromer durch Eigenzulassungen von Herstellern und Händlern künstlich nach oben getrieben würden, trägt nur bedingt. Denn im Vergleich zum Gesamtmarkt mit einer Eigenzulassungsquote von 25 Prozent, liegt sie für E-Autos mit 24 Prozent sogar leicht darunter. Allerdings hat sich der Abstand verringert. Im Jahr 2021 erreichte sie für den Gesamtmarkt 26 Prozent, für BEVs hingegen nur 16 Prozent.

Mehr: KBA; ADAC; Schmidt Automotive Research

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