Popcorn statt Styoropor

Zerbrechliches, Filigranes und Empfindliches wird vielfach in Styropor verpackt, weil dieses vor Hitze und Kälte schützt sowie nachgiebig und fest zugleich ist. Doch für den Kunststoff gibt es neuen Ersatz aus Pflanzen.

Erdöl-Abkömmling Styropor: Ersatz vom Feld (Foto: Alicja / pixabay)

Es hilft nicht nur gegen Heißhunger, Nervenkitzel oder Langeweile im Kino. Popcorn eignet sich aber auch als Verpackungsmaterial und könnte Styropor ersetzen. Wissenschaftler an der Universität Göttingen haben ein Verfahren entwickelt, mit dem sich dreidimensionale Teile aus Popcorngranulat herstellen lassen. „Mit diesem neuen an die Kunststoffindustrie angelehnten Verfahren lassen sich nunmehr die verschiedensten Formteile herstellen“, so der Leiter der Forschungsgruppe, Alireza Kharazipour. „Besonders für den Bereich Verpackungen lässt sich so gewährleisten, dass Produkte sicher transportiert werden. Und dies mit einem Verpackungsmaterial, das anschließend sogar biologisch abbaubar ist.“ Die Verpackungen seien leicht, wasserabweisend, lebensmittelecht, frei von toxischen Stoffen und vollständig kompostiertierbar.

Bisher nur Platten für Möbeln und Dämmmaterial

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Die Göttinger arbeiten schon seit vielen Jahren an Herstellungsverfahren für Produkte aus Popcorn. Ausgangspunkt ist ein federleichtes Granulat aus geschrotetem und aufgepopptem Mais, der für industrielle Zwecke angebaut wird. Dem Material wird ein Bindemittel gemischt. Bisher konnten daraus Platten gepresst, die sich für die Herstellung von Möbeln und als Dämmmaterial eignen.

Lizenzvertrag mit Firma

Offenbar interessieren sich erste Unternehmen für diese Anwendung von Mais. So hat die Universität Göttingen kürzlich einen Lizenzvertrag mit einer Firma abgeschlossen, die für als Material für seine Verpackungen einen Reststoff der Cornflakes-Produktion nutzen will, der nicht für die Lebensmittelherstellung geeignet ist. In der Schweiz arbeiten Wissenschaftler mit Pilzen, die Styropor ersetzen.

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