Mit Batterien würde das Netz doppelt so viel Solarenergie verkraften

ANZEIGE

Hammer-Berechnung von Fraunhofer: Deutschlands vorhandenes Stromnetz reicht, anders als Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) behauptet, locker aus, um mehr als doppelt so viel Solarenergie wie heute anzuschließen – wenn Batterien in Betrieb genommen werden, die den zusätzlichen Strom für die Zeit ohne Sonne speichern.

Trafostationen wandeln Gleichstrom von Solaranlagen in Wechselstrom für das öffentliche Netz um Großbatterien würden die Auslastung massiv erhöhen und den Zubau von noch einmal so viel Solarenergie wie vorhanden ermöglichen, ohne das Netz ausbauen zu müssen (Foto: Nice one / pixabay)
Trafostationen wandeln Gleichstrom von Solaranlagen in Wechselstrom für das öffentliche Netz um Großbatterien würden die Auslastung massiv erhöhen und den Zubau von noch einmal so viel Solarenergie wie vorhanden ermöglichen, ohne das Netz ausbauen zu müssen (Foto: Nice one / pixabay)

Die Berliner Denkfabrik Energy Watch Group hatte es auf Greenspotting vor kurzem ausgeführt. Nun legt das Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik (IEE) in Freiburg nach und präsentiert eine Hammer-Rechnung zur Solarenergie. Im bestehenden deutschen Stromnetz ließen sich ohne dessen Ausbau insgesamt weitere Solaranlagen mit einer Gesamtleistung von 150 Gigawatt anschließen. Das ist mehr als die bestehenden Sonnenkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 130 Gigawatt. Dazu müssten intelligent gesteuerte Großbatterien an Umspannwerken in Betrieb genommen werden, die den zusätzlichen Strom zunächst speichern, um ihn ins Netz einzuspeisen, wenn die Sonne nicht mehr scheint. Mit der Studie im Auftrag des Bundesverbands Solarwirtschaft (BSW-Solar) widerspricht das IEE radikal der ehemaligen Energiekonzern-Managerin und heutigen Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU), die den Zubau von Solarlagen bremsen will, weil das Netz deren Strom angeblich nicht aufnehmen könne.

ANZEIGE

Zusätzliche Solarenergie aus Batterien fließt ins Netz, wenn es dunkel ist

Solaranlagen liefern bekanntlich nur Strom, wenn die Sonne scheint. Entsprechend stehen in der anderen Zeit auch die Trafos still, die den Gleichstrom der Solarenergie in den benötigten Wechselstrom für das öffentliche Netz umwandeln. Geben die Batterien den gespeicherten zusätzlichen Strom erst in den dunklen Zeiten an die Trafos ab, müssen die überschüssigen Solaranlagen tagsüber nicht abgeregelt, also nicht abgeschaltet werden und die Trafos stehen des Abends und in der Nacht nicht tatenlos in der Landschaft. „Damit lässt sich vorhandene Transformatorleistung zeitlich wesentlich besser nutzen“, so BSW-Solar. Im Jahresdurchschnitt müsste nur rund ein Prozent des zusätzlich erzeugten Solarstroms wegen begrenzter Trafoleistung abgeregelt werden, heißt es in der Studie „Netzkapazität, die zu vielen Stunden des Jahres ungenutzt bleibt, kann so für den Anschluss zusätzlicher Erzeugungsanlagen verfügbar gemacht werden.“

Milliarden Euro könnten beim Ausbau des Stromnetzes gespart werden

Der Solarverband verbindet mit der Studie scharfe Kritik an Bundeswirtschaftsministerin Reiche, die stattdessen begann, teure Gaskraftwerke auszuschreiben. „Die Antwort auf knappe Netzkapazitäten darf nicht darin bestehen, den Ausbau der Erneuerbaren auszubremsen“, so BSW-Solar-Hauptgeschäftsführer, Carsten Körnig. Vielmehr steckten in den bestehenden Netzen „erhebliche Reserven, wenn wir Speicher intelligent einsetzen“. Damit dürften sich auch Milliardenbeträge beim Netzausbau einsparen lassen.

Mehr: focus

ANZEIGE

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*