Neue Studie: Deutsche Kommunen machen sich langsam auf den Weg, aus dem Heizen mit Öl und Gas auszusteigen

Während Schwarz-Rot die Tür zum künftigen Heizen mit klimaschädlichem Erdgas wieder weit aufgestoßen hat, zeigt eine Studie, dass sich die Kommunen langsam auf den Weg machen, die fossile Wärmeerzeugung zu reduzieren – allerdings nicht überall gleich.

Kommunen planen Heizen ohne Öl und Gas: Mehr Wärmepumpen und Fernwärme (Foto: USA-Reiseblogger / pixabay)
Kommunen planen Heizen ohne Öl und Gas: Mehr Wärmepumpen und Fernwärme (Foto: USA-Reiseblogger / pixabay)

Es war eine der wenigen erfolgreichen klimapolitischen Aktionen der Ampel-Koalition unter Kanzler Olaf Scholz (SPD) und Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grünen): das Wärmeplanungsgesetz (WPG). Das verpflichtet 11 000 deutsche Städte und Gemeinden, bis 2028 eine Planung zu erstellen, wie sie das Heizen mit klimaschädlichem Öl und Gas bis 2035 reduzieren und bis 2045 ganz abstellen wollen. Eine Untersuchung des Ökoinstituts und des Fraunhofer Instituts für Solare Energiesysteme (ISE) von 113 Kommunen zeigt, dass die Planungen durchaus in die richtige Richtung gehen, jedoch unterschiedlich nach der Größe der Kommunen. In den untersuchten kleinen Gemeinden bis 10 000 Einwohner ist geplant, den Anteil des Erdgases am Heizen von derzeit knapp 40 Prozent auf knapp 22 Prozent im Jahr 2035 zu reduzieren. Der umfangreichste Ausstieg aus der Erdgasheizung zeichnet sich in den untersuchten Städten mit mehr als 50 000 Einwohnern ab. Dort schrumpft der Anteil des Anteil des Erdgases an der Heizenergie bei Städten mit 50 000 bis 100 000 Einwohnern von aktuell rund 70 Prozent auf 25 Prozent und bei Städten mit mehr mehr als 100 000 Einwohnern von knapp 60 auf nur noch 19 Prozent im Jahr 2035.

Großstädte planen deutlich mehr Fernwärme

Die Ursachen für die unterschiedliche Reduzierung des Erdgases liegt an der Wahl der Alternativen. In den kleinen Gemeinden sowie in den Städten mit bis 100 000 Einwohnern ist vor allem der steigende Anteil der Wärmepumpen, die derzeit nur einen sehr niedrigem einstelligen Prozentwert auf sich vereinigen, für den Rückgang beim Erdgas verantwortlich. In diesen Kommunen legen die Wärmepumpen den Planungen zufolge auf einen Anteil von mehr oder weniger 25 Prozent im Jahr 2035 zu. In den Großstädten mit mehr als 100 000 Einwohnern hingegen sorgt die geplante starke Ausweitung der Fernwärme dafür, dass diese Art zu heizen ihren Anteil von gegenwärtig 24 Prozent auf knapp 45 Prozent im Jahr 2035 erhöht und bis dahin zur dominierenden Wärmequelle aufsteigt.

Kleine Kommunen setzten auf Wärmepumpen und Biogas

Allen untersuchten Kommunen ist gemein, dass die Planungen tatsächlich auf ein Ende des Heizens mit Öl und Erdgas bis 2045 abzielen. Dies erfolgt jedoch nach unterschiedlichen Konzepten. Zum einen planen laut Ökoinstitut und Fraunhofer ISE größere Kommunen zugleich auch, mehr Heizenergie zu sparen, und verfolgen dabei häufiger stärker zentralisierte Versorgungsansätze wie Fernheizungen. Das gilt auch für die Wärmepumpen, die dort in großem Maßstab anstelle von Kleinanlagen am Einfamilienhaus geplant sind. Zum anderen verfolgen kleinere Kommunen häufiger dezentrale Strategien, bei denen individuelle Wärmepumpen und Bioenergie zentrale Bausteine darstellen.

Mehr: Ökoinstitut & Fraunhofer ISE

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