Noch ein Wums: Regierung will pro Jahr 500 000 Wärmepumpen

Die Bundesregierung will, dass in Deutschland von 2024 an jährlich 500 000 Wärmepumpen neu installiert werden. Das wäre mehr als eine Verdreifachung gegenüber dem vergangenen Jahr. Ob das klappt, ist mehr als offen.

Energiewunder Wärmepumpen: WirtschaftsministerHabeck (Grüne) träumt von 500 000 neuen Anlagen pro Jahr (Foto: HarmvdB / pixabay)

Nachdem er mit seiner Gasumlage gescheitert war, unter anderem um mit Verbrauchergeldern die Superpleite des Düsseldorfer Gashändlers Uniper mit mehr als 40 Milliarden Euro Miesen zu finanzieren, braucht Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen endlich vorweisbare Erfolge. Die sollen die Beschlüsse bringen, die seine zweite sogenannte Wärmepumpenkonferenz binnen weniger Monate gefasst hat. Sage und schreibe 500 000 Wärmepumpen sollen die Deutschen von 2024 jedes Jahr installieren, um damit die Verbrennung von Gas und Öl zum Heizen und zur Warmwasserbereitung zu reduzieren. Das wären mehr als dreimal so viel wie die 150 000 im verangenen Jahr. Wärmepumpen funktionieren wie ein Kühlschrank, nur umgekehrt. Trotz ihres hohen Stromverbrauchs gelten sie als Mittel der Wahl, um insbesondere in Einfamilienhäusern Wärme ohne fossile Brennstoffe zu erzeugen.

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Laue Empfehlungen

Der von Habeck inszenierte Wärmepumpen-Wums – nach 30 Vertretern im Juni kamen dieses Mal rund 50 Politiker und Fachleute in Berlin zusammen – steht in einem Eckpunktepapier. Darin werden die Probleme (im Politiksprech: der Handlungsbedarf) festgehalten, die es zu lösen gilt, um die Produktion und die Installation solcher Stückzahlen überhaupt zu stemmen. Dazu empfehlen die rund vier Dutzend Wärmepumpenweisen den Unternehmen zum Beispiel den Fokus auf die Optimierung und Automatisierung der Herstellung zu legen. Auch sollten natürliche, umweltfreundliche Kältemittel möglichst bald marktreif werden, damit diese großflächig Anwendung finden könnten. Als wären solch laue Empfehlungen nicht ohnehin ureigenes Bestreben jeder Unternehmensleitung…

Neue Titel und Kampagnen

Ansonsten bedeckte die Berliner Großrunde viel Papier, das bekanntlich geduldig ist, mit noch mehr Buchstaben. Weil im Heizungs- und Sanitäregwerbe sich nur ein Bruchteil der Installateure überhaupt mit Wärmepumpen ausgekennt, solle es eine “Qualifizierungsoffensive des Handwerks“ geben, heißt es in dem Eckpunktepapier. Zudem sollten neue Qualifikationen geschaffen werden, die das Handwerk attraktiver machen würden. Dazu sei ein neuer Titel “Geprüfte/r Berufsspezialist/in Wärmepumpe” in der Entwicklung. Auch neue Berufsbilder seien denkbar, die sich auf die Planung, Installation und Wartung von Wärmepumpen fokussierten. Schließlich sollen Werbekampagnen dafür sorgen, dass das Interesse von jungen Menschen für die Installation von Wärmepumpen wecken.

Ob all die Ideen den beschlossenen Wärmempumpen-Boom in Deutschland auslösen, wird sich bald zeigen. Bis 2024 sind es ja nur noch 13 Monate.

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