Waschmaschinen
BSH testet Verkauf gebrauchter Waschmaschinen

Bei Autos ist es seit jeher gang und gäbe. Jetzt erkundet Europas größter Hausgerätehersteller in Österreich, ob der Wiederverkauf gebrauchter Konsumgüter auch mit Waschmaschinen funktionert.

Reparatur von Waschmaschinen bei BSH Hausgeräte
Professionelle Wiederaufbereitung von Waschmaschinen Spielen die Verbraucher mit? Foto: BSH Hausgeräte

Es ist ein dritter Baustein in der Strategie der Münchner, die Herstellung ihrer Produkte, bekannt unter den Markennamen Siemens, Bosch oder Gaggenau, zunehmend nachhaltiger in einem Kreislauf zu führen. Zwei Ziele verfolgt die Unternehmensspitze damit: Die Nutzungsdauer vonGeräten wie Waschmaschinen verlängern und so viele Materialien wie möglich neu verwerten.

ANZEIGE

Zwei Drittel der Verbraucher erwägen den Kauf gebrauchter Waschmaschinen

Kunden in den Niederlanden und seit vergangenem Jahr auch in Deutschland können Trockner, Waschmaschinen und Kühlschränke gegen eine Monatsgebühr mieten statt kaufen. In großen Miethäusern teilen sich die Bewohner von BSH aufgestellte und gewartete Trockner und Waschmaschinen gegen Nutzungsentgelt.

In Österreich ist der dortige BSH-Geschäftsführer Michael Mehnert zuversichtlich, dass der Pilotversuch mit dem Vertrieb gebrauchter Waschmaschinen bei den Konsumenten auf Gegenliebe stößt. Dabei stützt er sich auf das Ergebnis von Befragungen von Kunden. Immerhin zwei Drittel gaben an, den Kauf einer gebrauchten, aber professionell vollständig erneuerten Waschmaschine zumindest in Erwägung zu ziehen. Um ihnen die Entscheidung zu erleichtern, gibt Mehnert ein Versprechen ab: “Mit einer Garantie von zwei Jahren geben wir den Käufern die Sicherheit, dass sie ein verlässliches Hausgerät erwerben.”

Gebrauchte zum halben Preis

Verlockender könnte noch sein, dass die Gebrauchten je nach Modell bis zu 60 Prozent billiger sind als Neugeräte. Für deren Käufer wird es an der Preisfront ungemütlich. Gerade erst haben die Münchner die Preise für allein stehende Trockner und Waschautomaten um fünf Prozent angehoben – laut BSH-Vorstand Matthias Ginthum auch eine Auswirkung strapazierter Lieferketten und des Ukraine-Kriegs.

Recycling-Möglichkeiten längst noch nicht ausgeschöpft

Für Einbaugeräte müssen die Kunden demnächst noch tiefer in die Tasche greifen. “Wir werden die Preise im Juni in Deutschland um im Schnitt neun Prozent anheben“, kündigt Ginthum an. Das wird die gebrauchte Waschmaschine geradezu zum Schnäppchen.

Im Lichte sprunghaft anziehender Rohstoffpreise treiben allerorten in der Industrie Unternehmen den Aufbau einer Kreislaufwirtschaft voran. In speziellen Recycling-Fabriken wollen sich zum Beispiel die Autobauer Mercedes und BMW den Zugriff auf die kostbaren Rohmaterialien in ihren Fahrzeugen sichern. Doch generell gibt es bei der konsequenten Wiederverwertung von Ressourcen einer jüngsten Studie zufolge viel Luft nach oben. Noch immer landeten sie viel zu häufig in Müllöfen und auf Deponien, so die Kritik.

Mehr: lebensart rnd