Peak Oil: Keine Hoffnung auf Überschreitung des Höhepunkts beim Ölverbrauch – zum Leidwesen des Klimaschutzes

Seit vielen Jahren hoffen Experten auf den Höhepunkt und den anschließend rückläufigen Ölverbrauch weltweit. Doch neue Prognosen zeigen: Der Peak Oil fällt erst einmal aus – zum Leidwesen des Klimaschutzes.

Schwarzes Klimagift Erdöl: Peak Oil, also ein Höhepunkt und danach ein rückläufiger Verbrauch des fossilen Treibstoffs, ist entgegen allen Erwartungen nicht erkennbar (Foto: fischnase69 / pixabay)
Schwarzes Klimagift Erdöl: Peak Oil, also ein Höhepunkt und danach ein rückläufiger Verbrauch des fossilen Treibstoffs, ist entgegen allen Erwartungen nicht erkennbar (Foto: fischnase69 / pixabay)

Eigentlich waren sich Klima- und Energiepolitiker in den zurückliegenden Jahren einig, dass der Ölverbrauch weltweit auf einen Höhepunkt zusteuert und danach stetig zurückgeht. Doch dieser erwartete sogenannte Peak Oil fällt offenbar in absehbarer Zukunft aus. Damit gerät das Ziel der Vereinten Nationen, bis 2050 klimaneutral zu werden, entscheidend ins Wanken. Das ist das traurige Ergebnis des kommenden Jahresberichts der Internationalen Energieagentur (IEA), der im Oktober oder November erscheinen soll. Demnach ist auch in den kommenden 25 Jahren mit einer robusten Nachfrage nach fossilen Energieträgern und mit weiter steigender Nutzung von Erdöl und Gas zu rechnen. Somit fällt die erhoffte Energiewende, so die Konsequenz, weltweit bis auf weiteres aus.

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Ölverbrauch geht auch in den 2040er Jahren weiter nach oben

Grund für die Revision der bisherigen Annahme, der Oil Peak, also der Höhepunkt des Ölverbrauchs weltweit, könnte sich 2029 einstellen, ist die Umstellung der Berechnungen durch die IEA auf die aktuelle Energiepolitik weltweit. Diese wird geprägt durch den Schwenk der USA unter ihrem wiedergewählten Präsidenten Donald Trump zum massiven Ausbau der Öl- und Gasförderung. Auf Basis der neuen Prognosen geht der Entwurf des IEA-Jahresbericht davon aus, dass der Öl- und Erdgasverbrauch bei Fortsetzung der aktuellen Politiken bis 2050 steigen wird. Beim Öl zeigen Kurven zwar nicht mehr so steil wie früher, aber dennoch auch in den 2040er Jahren weiter nach oben. Öl bleibe bis zur Mitte des Jahrhunderts der bedeutendste Primärenergieträger, gefolgt von Gas und Kohle.

Selbst Grünen-Spitzenpolitiker Özdemir wackelt beim Verbrenner

An den Prognosen der IEA ändert auch nichts, dass China gerade einen weltweiten Rekord bei der Zulassung von Elektroautos aufstellt und auch Entwicklungsländer immer mehr Gefallen an Stromern finden. Denn zu stark sind die Gegenbewegungen nicht nur in den USA. Die deutschen Autokonzerne setzen gerade alles darauf an, das für 2035 geplante Verbrenner-Aus in der EU zu verschieben; selbst der Grünen-Spitzenkandidat Cem Özdemir bei den Landtagswahlen im kommenden Jahr in Baden-Württemberg signalisiert ein Einschwenken auf die Konzernforderungen. Und die EU konnte sich gerade nicht einmal mehr auf ein konkretes Klimaziel einigen, das sie auf der nächsten Weltklimakonferenz im November in Brasilien präsentieren wollte.

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