Nach dem Start in den Mega-Citys von China springt der Trend nun über: Ob in London oder Abu Dhabi, Robotaxis und Autos auf Abruf per App stehen vor dem Durchbruch in den Metropolen – dank amerikanisch-chinesischer Kooperationen.

Die Kooperation ist überraschend: Der US-Anbieter für abrufbare Autos per App, Lyft, und der chinesische Internet- und Suchmaschinenriese Baidu tun sich zusammen. Das Ziel der Unternehmen ist es , London mit einem Netz an Robotaxis und per App abrufbaren Fahrzeugen zu überziehen. Laufen soll das Projekt unter dem Namen Apollo Go von Baidu. „Lyft und Baidu bringen Autonome Fahrzeuge nach London“, so Lyft-Chef David Risher. „Fahrer in der City werden die ersten in der Region sein, Erfahrungen mit Apollo Go von Baidu zu machen.“ Die Flotte werde 2026 mit Dutzenden von Fahrzeugen an den Start gehen. Geplant sei die Ausweitung des Angebots auf Hunderte von Fahrzeugen. Damit fällt der Startschuss für eine neue Mobilität vor allem in den Metropolen. Diese dürfte den Autoverkehr in den überfüllten Innenstädten langfristig noch mehr in Richtung gemeinschaftlicher Nutzung von Fahrzeugen verschieben – und damit mehr Lebensraum für Fußgänger und abgasfreies Wohnen in den Zentren schaffen.
Baidu aus China als Zugpferd für Robotaxis weltweit
Baidu, das chinesische Gegenstück zu Google, machte 2024 einen Umsatz von knapp 18 Milliarden Euro und gilt als der weltgrößter Operateur von Autonomen Fahrzeugen mit bisher insgesamt 17 Millionen geteilten Fahrten in 22 Städten, 240 000 autonom zurückgelegten Kilometern und 140 000 Kilometern komplett ohne Fahrer. Zum Einsatz kommen vollelektrische Fahrzeuge, die eigens für den Dienst Apollo Go hergestellt wurden. Die Kooperation von Lyft mit Baidu ist vergleichbar mit der Zusammenarbeit, die Lyft bereits mit dem kalifornischen Google-Ableger für autonomes Fahren, Waymo, sowie der US-Taxi-Dienst Uber ebenfalls mit Waymo sowie auch mit Baidu eingegangen sind.
Abu Dhabi als Sprungbrett für Robotaxis im Mittleren Osten
Lyft ist nicht das einzige US-Unternehmen, das gemeinsam mit Chinesen Robotaxis und per App abrufbaren Autonomen Fahrzeugen zum Durchbruch verhelfen will. So hat sich der amerikanischen Taxidienst Uber mit WeRide zusammengetan, einem chinesischen Spezialisten für autonomes Fahren, der der von einem ehemaligen Baidu-Mitarbeiter gegründet wurde. Das neue Gespann will in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten loslegen. „Abu Dhabi ist die erste Stadt außerhalb der USA, wo über die Plattform von Uber die Nutzung vollständig fahrerloser Robotaxis angeboten wird“, so Uber in einer Unternehmensmitteilung. Zugleich sei Abu Dhabi die Stadt, um fahrerlose Robotaxis im Mittleren Osten zu verbreiten.
Robotaxis erst auf dem Weg zur Gewinnschwelle
Ob die Robotaxis und autonomen Autos auf Abruf den Anbietern Gewinne bescheren, ist mehr als zweifelhaft. Das geht aus einer Mitteilung von Uber hervor. Mit der vollen kommerziellen Einführung der fahrerlosen Fahrzeuge und weiteren Verbesserungen bei der Fahrzeitnutzung, so das Firmenstatement, „ist der WeRide-Uber-Robotaxi-Dienst in Abu Dhabi auf dem Weg zur Gewinnschwelle“. Im Klartext: Der Service ist erst auf dem Weg, Gewinne abzuwerfen.
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