Run auf E-Autos wegen hoher Spritpreise

Seit Beginn des Nahost-Krieges schießen die Spritpreise in die Höhe. Die Folge: Das Interesse an Verbrennern fällt drastisch. Die Nachfrage nach Stromern steigt hingegen.

E-Auto Skoda Elroq Hohe Spritpreise treiben Nachfrage nach Stromern nach oben (Skoda)
E-Auto Skoda Elroq Hohe Spritpreise treiben Nachfrage nach Stromern (Skoda)

Die Spritpreise sind so hoch wie nie zuvor in Deutschland. Der Liter Super kostete gestern im bundesweiten Schnitt je nach Qualität 2,03 bis 2,08 Euro, Diesel 2,15 Euro. Seit dem Angriff der USA und Israels auf das Mullah-Regime im Iran ist Dieselkraftstoff um mehr als 40 Prozent teurer geworden. Zwar gibt es weder Schlangen vor den Tankstellen, noch autofreie Sonntage. Aber in den Köpfen der Autofahrer macht sich die Sorge um die gewohnt ungestörte Mobilität breit.

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Folglich ist das Interesse an Stromern erheblich gestiegen. Der Internetplattform Carwow zufolge konfigurierten Mitte März 67 Prozent der Nutzer einen E-Wagen. Im Februar waren es nur 58 Prozent. Für Diesel oder Benziner interessierten sich nur 18 Prozent – acht Prozent weniger als einen Monat zuvor. Stabil geblieben ist hingegen mit 15 Prozent das Interesse für Hybridfahrzeuge.

Spritpreise machen E-Auto-Muffel zu Stromer-Interessenten

Auch im Autohandel sei die Sorge der Autofahrer um die Versorgung mit bezahlbarem Kraftsotff spürbar, melden Branchenvertreter. Allerdings erinnern die Händler daran, dass es einen Unterschied zwischen dem Konfigurieren auf der Internetseite und dem finalen Autokauf gebe. Niemand mache den Kauf eines Autos von Tagespreisen für Diesel oder Super abhängig. Erst wenn die Spritpreise längere Zeit oben blieben, könne es zu einem nachhaltigen Umschwenken aufs E-Auto kommen.

Der Zusammenhang zwischen Kraftstoffkosten und verstärktem Interesse am E-Auto ist nicht neu. Bereits zu Beginn des Ukraine-Krieges vor vier Jahren ließ das Interesse an Dieselautos nach. Damals waren die Dieselpreise kurzfristig von 1,66 Euro pro Liter auf 2,14 Euro gestiegen.

Es gibt wieder Staatsknete für Stromerkäufer

Verstärkt wird die Orientierung der Autokäufer zum E-Auto durch die – seit Jahresanfang wieder aufgenommene – staatliche Förderung für Stromer, Plug-in-Hybride und Elektroautos mit Range Extender. Abhängig vom Antrieb und der sozialen Situation der Käufer kann die Förderung zwischen 1500 und 6000 Euro betragen. Es gibt allerdings Obergrenzen für die Einkommen der Käufer. Für Kinderlose liegen diese bei 80 000 Euro, für Haushalte mit zwei Kindern bei 90 000 Euro.

Der Anteil der E-Autos an den Neuzulassungen hatte sich nach dem Einbruch Anfang 2024 – aufgrund des plötzlichen Wegfalls der Kaufförderung – nur langsam erholt. Er war im vergangenen Jahr im Schnitt auf 19,1 Prozent gestiegen. Während der vergangenen drei Monaten verharrte er auf rund 22 Prozent. Der Anteil der Benziner lag im Februar mit 22,9 Prozent nur geringfügig höher. Diesel-Neuzulassungen machten im Februar nur noch 14,8 Prozent aus.

Mehr: t-online; Chip

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