Schaden Windkraftanlagen auf Dauer dem Meer?

Forscher haben erstmals untersucht, ob Windkraftanlagen negative Einflüsse auf das Meer haben. Es gibt eine gute Nachricht, allerdings werden Regierungen und Investoren sich dem Thema künftig mehr widmen müssen.

Windkraftanlagen auf See: Folgen für Strömungen und Plankton? (Foto: ELG21 / pixabay)

Auf den ersten Blick stimmen die Ergebnisse optimistisch. „Die auftretenden Änderungen bleiben im Rahmen der interannuellen Variabilität”, sagt Nils Christiansen vom Hereon Institut für Küstensysteme im norddeutschen Geestacht. Was der Wissenschaftler damit meint: Die Veränderungen, die Winkraftparks auf hoher See im Meer verursachen, bewegen sich im Rahmen dessen, wie sich das Meer im Laufe eines Jahres auch ohne solche Anlagen verändert. Das heißt, die geringeren Luftbewegungen und abnehmenden Meeresströmungen, die durch den Windverbrauch der Parks festzustellen sind, haben aktuell keine besorgniserregenden Folgen für das Leben im Meer und sein möglichen Auswirkungen auf das Klima.

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Mögliche Beeinflussung der Planktonproduktion

Allerdings ist das nur ein Teil der Ergebnisse einer Untersuchung, die Forscher Christiansen leitete. Denn die Abschwächung des Windes durch die Stromfabriken auf dem Meer sorgt dafür, dass Dutzende Kilometer um die Anlagen herum die Wasserschichten im Meer weniger durcheinander gewirbelt werden. Das wiederum hat Folgen für die Temperaturen und die Strömungen im Meer, was sich auf die Lebewesen und die Nahrungskette in der Nähe von Windanlagen auswirken kann. „Die Veränderungen in der Strömung und Durchmischung beeinflussen voraussichtlich die Planktonproduktion und die Struktur des Nahrungsnetzes und können die Wirkungsweise von Schutzgebieten beeinflussen”, so Hereon-Institutsleiterin Corinna Schrum.

Offene Fragen

Damit liegt es an den Regierungen und Investoren, sich künftig mehr mit der Frage zu beschäftigen, wo Windparks auf hoher See besser nicht gebaut werden sollten. “Es ist also wichtig diese Folgen bei der Entwicklung von Meeresschutzkonzepten zu berücksichtigen“, so Forscherin Schrum. Auf jeden Fall seien aber weitere Untersuchungen erforderlich, um mögliche Rückkopplungen auf den Luft-Meer-Austausch zu analysieren.

Mehr: idw

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