Nach Elektromobilität, Solar- und Windenergie sowie Stromspeichern ist China nun auch Vorreiter bei der Aufforstung Weltmeister. Das zeigt eine Untersuchung der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO).

Wenn China etwas anpackt, dann wird es immer schnell groß. Das zeigt sich nicht nur bei der Elektromobilität, der Solar- und Windenergie und der Stromspeichertechnik, wo das 1,3-Milliarden-Einwohner-Land zum Weltmarktführer bei klimafreundlichen Technologien, kurz: Cleantech, aufgestiegen ist. Ein weiteres neues Feld, auf dem die Volksrepublik einen Spitzenplatz einnimmt, ist nun auch die Aufforstung. Laut einem Bericht der UN-Organisation für Ernährung und Landwirtschaft (FAO) ist China in den vergangenen Jahrzehnten zu einem Vorreiter bei der Schaffung neuer Wälder geworden. Seit 1990 habe das Land durch Aufforstungsprogramme eine Waldfläche von 173 Millionen Hektar hinzugewonnen, so die FAO. Das entspreche etwa der Größe des US-Bundesstaates Texas.
China – Große Grüne Mauer gegen Ausbreitung der Wüste
Die Aufforstung schafft nicht nur Wald, der klimaschädliches CO2 durch die Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Öl und Erdgas binden kann. Ziel ist auch die Verhinderung der Ausbreitung von Wüsten, wie das Beispiel im Kreis Yanchi in China zeigt. Das dortige Aufforstungsprojekt heißt „Great Green Wall“, zu deutsch: Große Grüne Mauer, läuft seit 1978 und soll die die Ausbreitung der Wüsten Gobi und Taklamakan eindämmen. In einem anderen Projekt im Westen Chinas wurde ein rund 3400 Kilometer langer Waldgürtel um die Taklamakan-Wüste angelegt.
Mehr Wald in Russland und Indien, weniger Kahlschlag
Allerdings ist China nicht das einzige Land, das sich durch Aufforstungsprojekte hervortut. So hat Russland, das Land mit der größten Waldfläche, seit 1990 rund 52 Millionen Hektar mehr Wald hinzugewonnen. Indien hat im gleichen Zeitraum rund 22 Millionen Hektar neue Waldflächen geschaffen, teils durch Aufforstung, teils durch effizientere Landnutzung. Deutschland wird von der FAO als eines der wenigen Länder gelobt, die ihre Waldfläche weitgehend stabil halten.
Dies steht im Gegensatz zu vielen anderen Regionen der Welt, in denen große Waldverluste verzeichnet werden. Dazu zählt etwa Brasilien. Allerdings ist im dortigen Amazonas-Regenwald unter dem linken Präsidenten Luiz Inácio Lula die Abholzung nach Angaben der Regierung das vierte Jahr in Folge zurückgegangen. So seien von August 2024 und Juli 2025 zwar weitere 5 796 Quadratkilometern zerstört worden. Allerdings seien das elf Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum und so wenig wie seit 2014 nicht mehr, so das Nationale Institut für Weltraumforschung.
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