Schummelrechnung widerlegt – Elektroautos klar klimafreundlicher als Fahrzeuge mit Diesel- oder Benzinmotor

Ökonomen wie der umtriebige Münchner Werner Sinn lassen nichts unversucht, die Klimafreundlichkeit von Elektroautos kaputt zu rechnen. Doch das Gegenteil stimmt, wie die vollständige Berücksichtigung aller Energieverbrauche zeigt.

CO2-Fußabdruck von Benzin- und Dieselfahrzeugen im Vergleich zu Elektroautos: Bei vollständiger Berücksichtigung sämtlicher Produktionsschritte sind die Stromer eindeutig klimafreundlicher (Quelle: Andreas Burkert / SpringerProfessional)
CO2-Fußabdruck von Benzin- und Dieselfahrzeugen im Vergleich zu Elektroautos: Bei vollständiger Berücksichtigung sämtlicher Produktionsschritte sind die Stromer eindeutig klimafreundlicher (Quelle: Andreas Burkert / SpringerProfessional)

Kaum ein Quartal vergeht, in dem nicht irgendwelche verkappte oder offene Verherrlicher des Verbrennungsmotors den Diesel- oder Benzinantrieb schön- und die Elektroautos schlechtrechnen, um deren Klimafreundlichkeit in Frage zu stellen. Einer beliebter Trick dabei ist die Berücksichtigung des hohen Energieverbrauchs bei der Produktion der Lithiumbatterien für die Elektroautos – und die Außerachtlassung wichtiger Energiefresser bei der Produktion der Verbrenner und deren Treibstoffe. Dies zeigt der Münchner Astrophysiker Andreas Burkert, der in einer neuen Analyse zu dem Ergebnis kommt: „So sind die Treibhausgasemissionen in Europa für einen elektrischen Kompaktwagen bereits heute 66 bis 69 % niedriger als für vergleichbare neue Benzinfahrzeuge.“

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CO2-Ausstoß bei Produktion von Motor und Treibstoff fehlt

Einer der entscheidenden Gründe für den angeblichen Vorteil der Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor gegenüber den Elektroautos liegt darin, dass die Autoren der entsprechenden Papiere zwei zentrale Aspekte außer Acht lassen, die den CO2-Fußabdruck von Diesel und Benzinern neben der Verbrennung des fossilen Treibstoffs in die Höhe jagen. Dies ist zum einen der CO2-Ausstoß, der bei der Produktion der Diesel- und Benzinmotoren entsteht, die viel aufwändiger und energieintensiver ist als von Elektromotoren. Zum anderen ist der CO2-Ausstoß bei der Produktion des Treibstoffs, den die Schönrechner des Verbrenners totschweigen, beachtlich (siehe folgende Grafik).

Bohren, Raffinieren, Transport: Bevor ein Liter Diesel in den Tank gelangt, hat seine Produktion schon so viel Energie verschlungen, dass ein Elektroautos damit 200 Kilometer weit fahren könnte.

Verbrenner-Apologeten wie der Münchner Ökonom Werner Sinn lassen beispielsweise unter den Tisch fallen, wie viel CO2 während der Produktion der mehr als tausend Teile für den Antriebsstrang von Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor ausgestoßen wird; immerhin sind das zehnmal so viel Komponenten wie für Elektroautos. Zwar lägen für den Energieverbrauch bei der Dieselmotorproduktion keine verwertbaren Zahlen vor, wohl aber für die Treibstoffproduktion, so Burkert. So brauche es für die Ölförderung, die Weiterverarbeitung in Raffinerien und den Transport etwa zur Tankstelle 42 Kilowattstunden Energie pro sechs Liter Diesel. Damit komme ein Elektroauto in der Regel 200 Kilometer weit – ohne dabei CO2 auszustoßen.

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