Deutschlands Autofahrer freunden sich zunehmend mit dem Gedanken an, aufs Elektroauto umzusteigen. Vor allem junge Männer interessieren sich für Stromer.

Das ist das Ergebnis des HUK-E-Barometers. Zum ersten Mal seitdem der größte Autoversicherer Deutschlands, HUK-Coburg, vierteljährlich 4 000 deutsche Privatfahrer dazu befragt, überwiegt die positive Meinung zum Elektroauto. 48 Prozent der Befragten finden E-Autos „sehr gut“ oder „gut“. 45 Prozent finden sie „weniger gut“ oder „gar nicht gut“. Sieben Prozent hatten keine Meinung zum E-Auto.
Auffallend: Bei jungen Menschen im Alter von 16 bis 39 Jahren ist der Anteil der E-Auto-Fans mit 65 Prozent deutlich höher. Hingegen finden nur 39 Prozent der älteren Menschen ab 40 Jahren Stromer „gut“ oder „sehr gut“. Auch Frauen bleiben eher skeptisch, wenn es um Stromer geht. Nur 41 Prozent der weiblichen Befragten stehen der E-Mobilität positiv gegenüber. Bei Männern beträgt die Zustimmung hingegen 55 Prozent. Noch größer ist die Differenz zwischen Frauen ab 40 Jahren und jungen Männern. Während Letztere zu 73 Prozent sich als Befürworter der E-Mobilität bekennen, beträgt der Anteil bei Frauen ab 40 Jahren nur 34 Prozent.

Geradezu extrem sind die Unterschiede bei der Kaufabsicht. Nur zehn Prozent aller Frauen ab 40 Jahren wollen sich „künftig grundsätzlich nur noch ein reines Elektroauto“ kaufen. Bei den Männern unter 40 ist die Quote mit 31 Prozent mehr als drei Mal so hoch.
Vielfahrer lieben Stromer
Gefallen finden Elektroautos auch zunehmend unter Vielfahrern. Die Frage „Wie stehen Sie grundsätzlich zu reinen Elektroautos?“ beantworteten 54 Prozent der Fahrer mit mehr als 20 000 Kilometern jährlicher Fahrleistung positiv. Vor einem Jahr waren nur 29 Prozent. Diese Tendenz zeigt sich ebenfalls beim Fahrzeugwechsel. Je höher die Fahrleistung ist, desto größer ist die Quote der Wechsler zum E-Auto.

desto größer die Wechselneigung zum E-Auto (HUK-COBURG)
Dieser Trend wird untermauert von dem hohen Anteil der treuen E-Fahrer mit jährlichen Fahrleistungen von über 12 000 Kilometern. 80 Prozent von ihnen entscheiden sich beim Fahrzeugwechsel für ein reines E-Fahrzeug.
Insgesamt legt die Neigung zum Stromerkauf wieder zu. Bei der HUK wechselten 5,5 Prozent der Versicherten beim Fahrzeugtausch vom Verbrenner zum E-Auto. Vor drei Monaten lag die Quote bei 4,1 Prozent. Ein höherer Wert war zuletzt Ende 2023 – kurz vor dem Wegfall der E-Auto-Prämie von bis zu 6 750 Euro erreicht worden.
Nur jedes dreißigste Auto elektrisch
Trotz der für die Verkehrswende positiven Zahlen: Im Bestand der HUK-versicherten Fahrzeuge machen Stromer, also reine Batteriefahrzeuge nur 3,2 Prozent aus. Zwar geht die Tendenz nach oben – doch recht gemächlich. Allerdings gab es vor drei Jahren nur etwa halb so viele E-Autos auf Deutschlands Straßen. HUK-COBURG-Vorstand Jörg Rheinländer ist optimistisch: „Ob der Umstieg zur E-Mobilität in Deutschland gelingt, entscheidet sich im privaten Automarkt, denn er umfasst gut 90 % des Gesamtmarktes. Deshalb sind die neuen Trendsignale wichtiger als etwa Neuzulassungszahlen bei gewerblich genutzten Pkw, die nur etwa 10 % ausmachen.“
Mehr: HUK-COBURG

Hinterlasse jetzt einen Kommentar