So sorgen Batteriespeicher für Stabilität im Netz

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Strom ist alles andere als knapp. Während der aktuellen Hitzewelle erzeugen vor allem Solarzellen reichlich Elektrizität. Es geht jedoch darum, vorübergehende Überschüsse in stromarme Zeiträume zu verschieben. Batteriespeicher können das.

Sorgt für Stabilität Deutschlands größter Batteriespeicher bei Leuna/Krumpa (Sachsen-Anhalt) wurde vor wenigen Tagen in Betrieb genommen (Münch Energie)
Sorgt für mehr Stabilität im Netz Deutschlands größter Batteriespeicher bei Merseburg wurde vor wenigen Tagen in Betrieb genommen (Münch Energie)

Die Erneuerbaren liefern in Deutschland immer mehr Strom – im vergangenen Monat waren es 71,5 Prozent. Und der Ausbau der Erneuerbaren – wie auch der Batteriespeicher – geht mit schnellen Schritten voran. So vergrößerte sich allein in den Jahren 2023 bis 2025 die Leistung der Photovoltaik-Anlagen auf Dächer und Freiflächen um 48 Gigawatt auf 117 Gigawatt. Das Problem: Inzwischen stammt etwa 70 Prozent des nachhaltig erzeugten Stroms von Windrädern oder Solarpaneelen. An heißen Sommertagen mit leichter Brise schießt die Stromproduktion folglich nach oben. Doch in windstillen Nächten geht sie rapide zurück.

Die Folge sind enorme Schwankungen der Strompreise an der Börse. Gegen Mittag des 5. Augusts 2026 fiel der Preis aufgrund des reichlichen Sonnenstroms auf minus 0,04 Euro pro Megawattstunde. Am Abend gegen neun Uhr stieg er hingegen auf 203,74 Euro pro Megawattstunde. Dem Agorameter der Denkfabrik Agora zufolge exportierte Deutschland in den Mittagsstunden einen Stromüberschuss von 7,17 Gigawattstunden zum Billigpreis. Am Abend allerdings importierte Deutschland 9,36 Gigawattstunden teuren Strom. Wenn der Import nicht reicht, werden für diese Verbrauchsspitzen fossile Kraftwerke kurz angeworfen, um das Netz zu stabilisieren. In Extremfällen können Stromlieferungen von diesen Lückenbüßer-Kraftwerken die üblichen Gestehungskosten um mehr als das Hundertfache überschreiten. Eine halbe Stunde Bügeln würde – bezogen auf den Endpreis – dann auf zwanzig Euro oder mehr kommen. Für den kurzfristigen Energieausgleich über den Tag sind große Batteriespeicher besser geeignet.

Neues Speicherwerk: Strom sichern für eine Großstadt

Sie springen schneller an und liefern den Strom deutlich günstiger. Die Kosten für batteriegespeisten Solarstrom liegen inzwischen nur noch bei 6 bis 12 Cent pro Kilowattstunde. Selbst bei dauernd betriebenen fossilen Kraftwerken betragen die Gestehungskosten 15 bis 33 Cent pro Kilowattstunde. Wenig erstaunlich, dass Investoren die Batteriespeicher lieben. In Deutschland hat sich die Leistung der Batteriespeicher seit 2020 auf über 17,5 Gigawatt mehr als versiebenfacht.

Der bislang größte Batteriespeicher in Deutschland hat erst vor wenigen Tagen den Betrieb aufgenommen. Der Speicherverbund nahe dem sächsisch-anhaltinischen Merseburg verfügt über eine Stromkapazität von 500 Megawattstunden. Er kann eine Leistung von 250 Megawatt liefern. Die Kapazität reicht, um eine halbe Million Menschen eine ganze Nacht mit Strom zu versorgen. Der Investor Münch Energie will bis Ende des Jahres den Standort auf 800 Megawattstunden erweitern.

Batteriespeicher sind Spardosen

Den möglichen Spareffekt der Batteriespeicher und der Netzflexibilität berechneten vor wenigen Wochen Forscher des Fraunhofer-Instituts für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE. Bei einer zusätzlichen kurzfristige Flexibilität von 20 Gigawatt Speicherleistung mit vier Stunden Speicherkapazität würde die deutsche Wirtschaft im Jahr 3,9 Milliarden Euro einsparen. Die Entlastungen entstünden durch höhere Marktwerte für nachhaltigen Strom, geringere EEG-Förderkosten, gedämpfte Spotmarktpreise und einen günstigeren Stromkosten-Saldo im europäischen Handel.

Mehr: zdfheute

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