Während Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) die Energiewende in Deutschland behindert, wird Spanien zum Vorbild bei der Erzeugung grünen Stroms.

Nicht Deutschland, dem Energiewende-Gegner gern Übereifer beim Klimaschutz vorwerfen. Nein Spanien hat sich inzwischen zu einer treibenden Kraft der europäischen Energiewende entwickelt. Das Land der Tapas und Paellas belegt inzwischen den ersten Platz mit einer Leistung von 108,8 Gigawatt bei den geplanten, im Bau befindlichen und realisierten Solarkraftwerken und den dritten Platz mit einer Leistung von 56,6 Gigawatt bei den entsprechenden Windanlagen in Europa. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung der gemeinnützigen US-amerikanischen Nichtregierungsorganisation Global Energy Monitor mit Sitz in San Francisco. Durch den extremen Ausbau der erneuerbaren Energie erzeugte Spanien im vergangenen Jahr rund 75 Prozent seines Stroms aus sauberen Quellen, gegenüber 59,1 Prozent in Deutschland in der ersten Hälfte dieses Jahres. Im Umkehrschluss schraubte Spanien damit seit 2019 den Anteil fossiler Energieträger um 75 Prozent zurück.
Solar- und Windenergie senkt Stromrechnung um 10 Euro monatlich
Den Boom der Erneuerbaren bekommen die spanischen Verbraucher im Geldbeutel zu spüren. Dank der kostengünstigeren Stromerzeugung durch Wind und Sonne spart jeder Haushalt in Spanien durchschnittlich rund zehn Euro im Monat bei der Stromrechnung. Und das, obwohl weder die Sonne ständig scheint und der Wind immer weht, weshalb in diesen Zeiten fossile Kraftwerke die volatile, also schwankende Erzeugung grünen Stroms teuer absichern müssen. Doch es zeigt sich: „Spanien hat die ruinöse Verknüpfung zwischen Strompreisen und volatilen fossilen Brennstoffen durchbrochen – etwas, das seine europäischen Nachbarn dringend anstreben“, so Chris Rosslowe, Senior Analyst bei der globalen Denkfabrik Ember.
Netzausbau und Stromspeicher läuten Ende der fossilen Stromerzeugung ein
Anders die schwarzrote Koalition in Deutschland: Bundeswirtschaftsministerin Katharina Reiche (CDU) schreibt gerade den Bau teurer klimaschädlicher Gaskraftwerke aus statt die schwankende Grünstromproduktion vor allem mit Großbatterien zu stabilisieren und das Stromnetz schnellstens auszubauen. Im Vergleich hierzu geht Spanien hier voll in die Offensive. „Der Ausbau der Netze und von Speicherkapazitäten wird Spanien helfen, sich endgültig von der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen zu lösen“, prognostiziert Ember-Analyst Rosslowe.
Mehr: Euronews


Hinterlasse jetzt einen Kommentar