Tod durch Überarbeitung
Wer sich überarbeitet, stirbt früher

Mehr als eine Dreiviertelmillion Menschen sterben jedes Jahr, weil sie 55 Stunden und mehr in der Woche arbeiten. Die Folgen sind Herz- und Kreislauferkrankungen und Schlaganfälle. Doch es gibt ein Gegenmittel.

Arbeiten, bis der Arzt kommt: Mehr Arbeitschutz würde Leben retten (Foto: Lukas Bieri / pixabay)

Japaner haben dafür ein eigenes Wort: “Karoshi” – für Tod durch Überarbeitung. Das Problem indes ist längst ein weltweites. Denn die Arbeitswelt ist so wenig nachhaltig organisiert, dass jährlich rund 398 000 Menschen an Schlaganfällen und 347 000 an koronarer Herzerkrankung sterben, weil sie 55 Wochenstunden oder mehr arbeiten. Diese Zahlen ermittelten die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und die Internationale Arbeitsorganisation (ILO) für das Jahr 2016.

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Tödlicher als Unfälle und Fehlbelastungen

Das Ausmaß des Problems ist erschreckend. Durch übermäßige Maloche leben die Menschen weltweit insgesamt 23 Millionen Jahre weniger. Damit raubt die schiere Menge der Arbeit mehr Lebensjahre als Unfälle oder Fehlbelastungen am Arbeitsplatz, die bisher als größte Gesundheitsgefahren im Job galten.

Arbeitszeitregeln und Gesetze

Die geringste Belastung weltweit gibt es in Nordamerika und Europa. Grund ist offenbar der stärkere Arbeitsschutz in den reicheren Regionen der Welt. “Diese Maßnahmen scheinen also wirklich zu funktionieren”, so WHO-Experte und Hauptautor der Studie, Frank Pega. Für WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus gibt es deshalb ein klares Rezept für eine nachhaltigere Arbeitswelt und gegen den Tod durch Überarbeitung: “Regierungen, Arbeitgeber und Arbeitnehmer müssen sich gemeinsam auf Limits zum Schutz der arbeitenden Menschen einigen.”

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