Superfood – die nachhaltigen Alternativen zu Chiasamen, Quinoa und Amaranth

Je exotischer, desto gesünder. Daran glauben viele Konsumenten und greifen zu vermeintlichem Superfood aus weit entfernten Ländern. Dabei liegt doch das Gute direkt vor unserer Haustür.

Superfood: Leinsamen statt Chiasamen
Superfood Chiasamen Leinsamen tut es auch Bild: ValeriaLu/Pixabay

Entschlackend, verdauungsfördernd, immunstärkend, entzündungshemmend: Die Anbieter von Gojibeeren, Amaranth, Andenhirse und Chiasamen lassen kaum ein Versprechen aus, um ihre Produkte als wahren Gesundbrunnen zu verkaufen. Doch löst das vermeintliche Superfood aus fernen Ländern die positiven Effekte auch ein? Im Vorfeld der am Freitag beginnenden Internationalen Grünen Woche in Berlin warnt das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) vor Leichtgläubigkeit.

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Unzulässige Werbung für Superfood

Kaum eine der unterstellten gesundheitsförderlichen Auswirkungen sei wissenschaftlich belegt, kritisieren die BVL-Experten. Daher hätten die Kontrollbehörden der Europäischen Union (EU) bis heute beispielsweise keine einzige gesundheitliche Angabe zu Chiasamen zugelassen (siehe auch Video unten). Aussagen wie “Lindern Gelenkschmerzen oder Sodbrennen” seien Arzneimitteln nach einer langwierigen Zulassungsprozedur vorbehalten.

Heimische Alternativen preiswerter und frischer

Die Anbieter stört das anscheinend wenig. Illegal? Scheißegal! Solange sie niemand verklagt, schlagen sie weiter mit unzulässigen Versprechen die Werbetrommel.

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Exotisches Superfood Warum denn in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah

Vor allem aber: Im Gleichtakt mit der Verbraucherzentrale weist das BVL auf einen entscheidenden Umstand hin. Zu all den weit gereisten Produkten gibt es mindestens gleichwertige Alternativen aus heimischem, zumindest europäischem Anbau (siehe Grafik unten). Walnüsse, Leinsamen, Heidelbeeren und Hirse zum Beispiel enthalten ebenso viele wertvolle Antioxidatien, Vitamine und Mineralien. Aber anstatt über 10 000 Kilometer aus Asien, Mittel- und Südamerika herangeschafft werdern zu müssen, wachsen diese Pflanzen und Früchte vor der Haustür. Gut für Klima und Umwelt.

Heimische Lebensmittel mindestens so nährstoffreich wie exotisches Superfood
Heimisches Superfood Kürzere Transportwege, niedrigere Preise Quelle: BVL

Und die heimischen Lebensmittel haben weitere Vorzüge. Sie kosten im Vergleich weniger und sind in der Regel frischer. Der Preisvorteil könnte die zuletzt schwächelnde Nachfrage nach Biokost neu beflügeln.

Der Hype ums Superfood ist ungebrochen

Allen Vorbehalten von Ernährungsexperten zum Trotz. Weltweit erliegen gesundheitsbewusste Verbraucher allerdings weiterhin in Scharen den Marketingverlockungen der Superfood-Produzenten. Darauf deutet zumindest eine aktuelle Marktstudie hin. Demnach wachsen die Umsätze mit Superfood bis 2028 global um durschnittlich jährlich 7,4 Prozent. Von rund 190 Milliarden US-Dollar (2021) auf 312 Milliarden US-Dollar.

Kritische Distanz sei auf jeden Fall angebracht, mahnen die BVL-Fachleute. Vor allem beim Einkauf im Internet. Mitunter enthielten die Produkte sogar Inhaltsstoffe, die der Gesundheit schaden könnten. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann sich über die bundesländerfinanzierte Zentralstelle “G@ZIELT! schlau machen.

Mehr: BVL Verbraucherzentrale financeyahoo

Dieter Dürand

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