Türen zu! So sparen Sie 15 Prozent der Heizkosten

Geöffnete Türen verleihen auch bescheidenen Wohnungen ein bürgerliches Flair. Doch das großzügige Ambiente treibt die Heizrechnung in die Höhe. Die Devise für Sparfüchse lautet daher: Türen zu!

Schöner Wohnen mit offenen Türen Doch sie treiben die Heizrechnung nach oben. Deshalb besser: Türen zu! (Barry D/Piabay)
Schöner Wohnen mit offenen Türen Doch sie treiben die Heizrechnung nach oben. Deshalb besser: Türen zu! (Barry D/Pixabay)

Die Logik liegt auf der Hand. Nicht alle Räume in einer Wohnung müssen so warm sein wie das Bad oder das Wohnzimmer. Viele Menschen ziehen im Schlafzimmer Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad Celsius vor. Und wenn es in der Diele nur 18 Grad warm ist – wen stört’s? Ein Flur ist kein Aufenthaltsraum. Der maßvolle Wechsel zwischen den Temperaturzonen innerhalb der Wohnung soll sogar die Abwehrkräfte gegen Erkältungen stärken. Deshalb sollte zumindest im Winter die Regel lauten: Türen zu!

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Offene Zimmerfluchten machen zwar Wohnungen optisch größer. Sie zwingen aber die Bewohner alle Räume mehr oder weniger gleich zu beheizen. Die Folge: Selbst wenig genutzte Räumen oder Zimmer, in denen niedrigere Temperaturen erwünscht sind, werden aufgeheizt. Das kostet.

Türen zu!

Bis zu zehn Prozent sinken die Heizkosten, wenn die Türen zu kühleren Räumen zu bleiben. Bleiben die Türen zu Nebenbereichen wie Keller, Speicher oder Flur konsequent geschlossen, kann die Ersparnis gar 15 Prozent betragen. „Energie- und CO₂-Sparen beginnt mit den systematisch geschlossenen Innentüren“, ist die Erkenntnis von Marc Ellinger, Leiter des Regionalbüros Freiburg-Südbaden im Verband Privater Bauherren (VPB). 

Vorsicht ist allerdings bei Altbauten oder schlecht isolierten Häusern geboten. Denn warme Luft speichert mehr Feuchtigkeit als kalte Luft. Wandert warme Luft in kalte Räume, setzt sich die Feuchtigkeit an den kühlen Mauerflächen ab. Ab einer dauerhaften relativen Luftfeuchte von 70 bis 80 Prozent kommt es zur Bildung von Schimmel. Bei sehr kühlen Wandflächen genügen manchmal schon 50 Prozent.

Immerhin entstehen in einem Vier-Personen-Haushalt täglich zwischen zehn und 15 Litern Feuchtigkeit. Allein die Ausdünstungen eines Menschen in der Atemluft und im Schweiß summieren sich täglich auf bis zu 1,5 Liter. Dazu kommt noch bis zu einem Liter Feuchtigkeit durch Baden oder Duschen. Das Kochen fügt bis zu einem weiteren Liter hinzu. Und da viele Menschen ihre Wäsche in der Wohnung trocknen, kommen in vielen Haushalten noch ein bis drei Liter Wasser pro Tag dazu. In modernen, gut isolierten Häusern und geräumigen Wohnungen ist die Schimmelgefahr selbst bei geschlossenen Türen und großen Temperaturunterschieden allerdings gering. Die Wände sind einfach zu warm, um als Kondensflächen zu fungieren.

Feuchtigkeit messen!

In ungedämmten Häusern können die Fenster als Feuchtigkeitsanzeiger dienen. Bilden sich Tröpfchen auf den Scheiben, ist dies ein Anzeichen für Feuchtigkeit im Raum. Zuverlässiger als diese traditionelle Fensterscheiben-Tröpchen-Methode sind kombinierte Thermo- und Hygrometer.

Der Handel bietet inzwischen Smartphone-basierte Lösungen, deren Sensoren mehrere Räume kontrollieren. Sie messen nicht nur Temperatur und relative Feuchtigkeit, sondern – je nach Angebot – auch den Taupunkt sowie das Dampfdruckdefizit. Bezahlbar sind sie allemal: Apps mit Sensoren für drei Räume kosten inzwischen weniger als 30 Euro.

Lüften!

Um die Schimmelbildung von vorneherein zu verhindern, empfiehlt sich regelmäßiges Lüften. Und zwar Stoßlüften mit weit geöffneten Fenster. Oder gar Querlüften, indem Sie Durchzug erzeugen. Im Winter führt der höhere Temperaturunterschied zwischen drinnen und draußen bei offenen Fenstern automatisch zu einer Luftbewegung und damit zu einem Austausch. Drei bis fünf Minuten Lüftung reichen dann. In den milden Jahreszeiten sollten die Fenster zehn Minuten geöffnet sein. Stundenlanges Kipplüften hingegen bringt wenig. Der Luftaustausch hält sich in Grenzen. Hingegen kühlen die Wände aus. Kipplüftung treibt folglich die Heizrechnung nach oben.

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