Überraschende Erkenntnis: Gerodeter Regenwald kehrt in einer Generation zurück, wenn der Mensch ihn in Ruhe lässt

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Ein Forschungsteam unter Leitung der Technischen Universität Darmstadt hat herausgefunden, dass gerodeter Regenwald sich nach einer Generation großenteils erholt, wenn der Mensch die Finger von den Flächen lässt.

Vom Regenwald zur Kakaoplantage und zurück: Urzustand wieder hergestellt 30 Jahre nach Wegzug des Menschen (Foto: Wanderer Creative / pixabay)

Es ist nicht alles verloren, was der Mensch der Natur geraubt hat. Die frohe Botschaft gilt für Regenwald, der lebensnotwendig für die Erde ist, weil er viel klimaschädliches CO2, erzeugt durch die Verbrennung fossiler Energien, in seinem Grün bindet. Das ist das Ergebnis einer Untersuchung, die ein internationales Forschungsteams unter Leitung der Technischen Universität (TU) Darmstadt in Equador durchgeführt hat. Beim Vergleich von landwirtschaftlich genutzte Flächen, unberührten Urwälder sowie ehemaligen Weiden und Kakaoplantagen in der Region Chocó zeigte sich, dass sich der Regenwald nach Wegzug des Menschen die kultivierten Flächen im Laufe einer Generation großenteils zurückholte. Die Artenvielfalt erholte sich auf mehr als 90 Prozent des ursprünglichen Niveaus, drei Viertel der für unberührte Wälder typischen Tier- und Pflanzenarten kehrten zurück.

Regeneration des Regenwaldes dauert unterschiedlich lang

„Die vielen schnell zurückkehrenden Tierarten sind nicht nur Profiteure der Wald-Regeneration, sondern sind auch deren wichtigste Akteure“, so TU-Wissenschaftler Nico Blüthgen. „Fledermäuse, Affen und andere Säugetiere sowie Vögel, bringen die Baumsamen wieder in die gerodeten Flächen, Dungkäfer graben die Samen in den Boden, Hunderte anderer Tierarten sorgen für die Bestäubung.“ Allerdings dauert es unterschiedlich lang, bis Flora und Fauna nach dem Rückzug des Menschen je nach Spezies zurückkehren. Fledermäuse waren nach rund sechs Jahren wieder da, Insekten erheblich später. Bis nachtaktive Insekten zu 90 Prozent zurück seien, brauche es mehr als über 100 Jahre, so Blüthgen.

Politisches Eingreifen erforderlich

Die gute Nachricht kommt allerdings stellt sich allerdings nicht von selbst ein, sondern ist aktivem politischen Eingreifen zu verdanken. „Unsere Erkenntnisse, dass 75 Prozent der Artenzusammensetzung und 90 Prozent der Artenvielfalt innerhalb einer Menschengeneration aus eigener Kraft zurückkommen, zeigen, wie effektiv wir Natur schützen können“, so Martin Schaefer von der Umweltschutzorganisation Jocoto. „Indem wir Flächen kaufen und schützen, können wir die Vielfalt des Lebens und die Grundlagen unserer Gesellschaften – Böden, Wasser und die Bestäubung der Pflanzen, die unsere Lebensmittelgrundlage sind – bewahren.“

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