Dass Künstliche Intelligenz (KI) den CO2-Ausstoß massiv zu erhöhen droht, warnte vor kurzem der Versicherungskonzern Allianz. Laut dem US-Nachrichtendienst Bloomberg könnte es aber noch viel schlimmer als gedacht – durch gigantisch viel neue Gaskraftwerke.

Dass die US-Amerikaner beim CO2-Ausstoß pro Kopf zu den schlimmsten Klimaschädigern der Welt gehörigen, ist seit Jahren bekannt. Dass sie das in Zukunft sogar noch mehr sein könnten, zeigt eine Erhebung des US-Wirtschaftsnachrichtendienstes Bloomberg. Nachdem der deutsche Versicherungskonzern Allianz vor kurzem vor der klimaschädigenden Wirkung der Rechenzentren für Künstliche Intelligenz (KI) weltweit gewarnt hatte, legt Bloomberg nun mit einer Horrorprognose für die USA nach. Demnach seien in den Vereinigten Staaten laut Marktbeobachtern 99 Gaskraftwerke geplant oder gerade im Bau, die ausschließlich für Riesenrechenzentren für KI gedacht sind. Würden alle diese Anlagen in Betrieb gehen, würde das den CO2-Ausstoß der US-Stromerzeugung um mehr als ein Fünftel, vielleicht sogar um ein Drittel erhöhen. Konkret wäre das ein Plus laut Bloomberg von 318 Millionen Tonnen C02 pro Jahr oder mehr als 21 Prozent des gesamten CO2-Ausstoßes der Stromerzeugung in den USA 2025.
Ineffiziente Meiler anstelle von Gas- und Dampfturbinenkraftwerken
Mit ein Grund für die furchterregenden Aussichten ist der Kraftwerktstyp, der für die KI-Rechenzentren arbeiten soll. Dabei handelt es sich um sogenannte Gasturbinen im offenen Prozess. Diese nutzen ihre heißen Abgase nicht, sondern blasen diese direkt in die Umwelt. Damit ist die Stromproduktion deutlich weniger effizient als von Gas-und-Dampfturbinen-Kombikraftwerken, die ihre heißen Abgase zum Antrieb von Dampfturbinen nutzen, die damit zusätzlichen Strom erzeugen. Da die Produktion von Gas- und Dampfturbinenkraftwerken ihnen zu lange dauerten, würden die Rechenzentrumsbetreiber laut Bloomberg lieber die ineffizienten Anlagen im offenen Prozess bestellen.
Zwei neue KI-Kraftwerke werden die größten Umweltverschmutzer der USA
Welche Ausmaße die Umwelt- und Klimaschädigung durch KI-Rechenzentren in Verbindung neuer Kraftwerke hat, zeigt das neue Hyperscale-Datenzentrum des Online-Handels- und IT-Giganten Amazon in Westtexas. Das dortige Rechenzentrum wird zusammen mit dem dazugehörigen riesigen Kraftwerk mit einer Leistung von 7,65 Gigawatt, mehr als siebenmal so viel wie ein großes Kohlekraftwerk, zum größten Luftverschmutzer der USA zu werden. Rund 50 Kilometer davon entfernt baut der US-Mineralölkonzern Chevron ein neues 2-Gigawatt-Gaskraftwerk für Microsoft. Allein diese beiden Anlagen würden zusammen mehr Strom für Künstliche erzeugen, als ganz New York City an einem heißen Sommertag verbrauche, so Bloomberg. Doch Widerstand kündigt sich an. Für den Bundesstaat New York hat dessen Demokratische Gouverneurin gerade Juli eine einjährige Pause für den Antrag auf neue große Datenzentren verfügt.
Mehr: Heise


Hinterlasse jetzt einen Kommentar