Die Brown University in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island hat ein Netzwerk enthüllt, über das Ölkonzerne im Nordosten der Vereinigten Staaten Lobbyorganisationen und Anwaltskanzleien sponsern, die Windkraftgegner unterstützen.

„Rechtliche Verfilzung“ – so hat das Klima- und Entwicklungslabor der Brown University in Providence, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Rhode Island, seine Landkarte überschrieben, in der die Forscher die Verquickung von US-Ölkonzernen mit Lobbyorganisationen und Anwaltskanzleien darstellen, die Windkraftgegner in Nordosten der USA unterstützen (siehe Grafik). Insgesamt konnten die Forscher einen Betrag laut der Online-Plattform Golem von mehr als 100 Millionen Dollar ermitteln, den die Ölkonzerne von Mai 2020 bis Mai 2025 indirekt Anti-Windkraft- und ähnlichen Organisationen zukommen ließen für eine „koordinierte Anstrengung, um Windenergieprojekte auf See zu verzögern und deren öffentliche Unterstützung zu untergraben“. Die Landkarte zeige die tiefen Verbindungen des Windkraftgegner zur fossilen Energiewirtschaft.
Bekannte Ölkonzerne mit von der Partie
Als Geldgeber fanden die Forscher bei ihrer Untersuchung bekannte US-Öl-Konzerne wie ExxonMobil, Shell und Chevron. Die Mittel flossen nicht direkt an die Anti-Umweltgruppen, sondern an Lobbyisten und Denkfabriken. Damit konnten diese wiederum Anwaltskanzleien bezahlen, die Aktivisten mit rechtlichen Ratschlägen unterstützen oder interessengeleitete Gutachten für die Erdölkonzerne verfassen.
Den Klimawandel Leugnen ist out, an Erneuerbaren Zweifeln in
Auch Werbeagenturen sind für das Netzwerk aktiv. Sie entwerfen Strategien, um die Offshore-Windkraftprojekte durch vielfältigen Widerstand und Scheinargumente scheitern zu lassen. Dabei ist die offene Leugnung des Klimawandels inzwischen so gut wie out. Die Taktik bestehe nun viel mehr darin, so die Forscher, Zweifel daran zu säen, dass erneuerbare Energien den Klimawandel wirksam verhindern könnten. In Deutschland hat sich auf diesem Gebiet der umtriebige Ökonom und ehemalige Leiter des Münchner Wirtschaftsforschungsinstituts ifo, Werner Sinn, bereits einen unrühmlichen Namen gemacht mit einem fragwürdigen Gutachtens über die angeblich zweifelhafte Klimafreundlichkeit von Elektroautos.
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