Windräder verschandeln Landschaften! Es geht auch anders

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Windräder gelten vor allem in landschaftlich schönen Regionen als ästhetische Störenfriede und sind deshalb umstritten. Forscher aus der Schweiz haben jetzt Lösungen gefunden.

Windräder im Schwarzwald Störfaktor in schöner Landschaft? (Rudolpho Duba/Pixelio.de)
Windräder im Schwarzwald Störfaktor in schöner Landschaft? (Rudolpho Duba/Pixelio.de)

In aller Regel lieben Umweltschützer Windräder. Es sei denn, die Anlagen stehen in der Nachbarschaft oder in Landschaften, in denen sie ihren Urlaub verbringen. Tatsächlich sind Windräder für fast alle Menschen – für Ökos wie für Klimaskeptiker – eine ästhetische Herausforderung. Vielfach gerät deshalb der klimapolitisch notwendige Ausbau der Windkraft in Verzug. Schweizer Forscher haben nun ein Modell entwickelt, das Windräder als landschaftlichen Störfaktor entschärft.

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Den Wissenschaftlern der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts (PSI) zufolge lassen sich besonders sensible Landschaften stärker als bisher schonen, ohne dass der Ausbau der Windkraft massiv ausgebremst wird. Die Forscher setzen dabei allerdings nicht auf eine ästhetische Optimierung der Windräder – etwa durch kleinere oder optisch gefälliger erscheinende Anlagen -, sondern auf eine Optimierung der Standortwahl.

Berge und Seen – ohne Windräder

Zunächst untersuchten die Wissenschaftler in 29 europäischen Ländern (EU, GB, N, CH, FL), wo der Gegensatz zwischen Windkraftausbau und Landschaftschutz als besonders stark empfunden wird. Dazu setzten sie eine KI mit 200 000 Landschaftsbildern ein, die Nutzer auf einer Skala von 1 bis 10 bewerteten. Mit dem Modell ermittelte das Team, welche Landschaftsmerkmale Europäer als besonders schön empfinden. Ergebnis: Vor allem alpine Landschaften, Felsen oder Gletscher gelten als schön, ebenso Seen, Küsten und Flüsse. Eintönige agrarische Kultursteppen oder dicht besiedelte Gebiete schneiden dagegen schlechter ab.

Schöne Alpen Vor allem Natur, Seen und Berge gelten als landschaftlich attraktiv (ETH; Chen et al.)

Die so ermittelte Attraktivitätskarte verknüpften die Forscher mit einem Windenergiemodell. Damit konnten sie feststellen, wie sich der Schutz von als schön empfundenen Landschaften im europäischen Maßstab auf die Erträge der Windenergie auswirkt.

Schutz der Landschaft kostet wenig

Das Ergebnis erstaunt: Werden in den untersuchten 29 europäischen Ländern als schön bewertete Landschaften konsequent von der Windnutzung ausgeschlossen, sinkt zwar das verfügbare Potential für die Windenergie deutlich. Der Hauptautor der Studie, Ruihong Chen, dazu: „Besonders in Hotspots wie dem Alpenraum oder in Norwegen würde der Ausschluss schöner Landschaften das Windpotenzial stark reduzieren.“

Die Gestehungskosten pro Kilowattstunde bleiben hingegen im Schnitt so gut wie unverändert. Denn Standorte mit starken und konstanten Winden sowie einer bereits bestehenden Infrastruktur oder in Nähe zum Stromnetz liegen meist außerhalb der als schön bewerteten Gegenden. Laut der Untersuchung gelten 17 bis 24 Prozent der europäischen Landschaften als schön. Rund 40 Prozent dieser Gegenden bieten allerdings – meteorologisch gesehen – geeignete Standorte für Windanlagen. Schont die Windkraft-Industrie diese Gebiete nur wenig, lägen die Gestehungskosten für elektrische Energie im Schnitt bei 5,41 Cent pro Kilowattstunde. Bei strengerem Landschaftschutz stiegen sie nur unwesentlich auf 5,74 Cent an.

Vor allem im dicht besiedelten Deutschland geraten Landschaftschutz und Windkraft seltener in Konflikt. Selbst strenger Landschaftschutz verminderte die Verfügbarkeit von Windkraft nur um rund zehn Prozent. In Spanien hingegen würde das Potential um etwa 60 Prozent reduziert, in Großbritannien um 30 Prozent.

Mehr: ETA; Merkur

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