Wirtschaftsminister Robert Habeck von den Grünen kürzt staatliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung

Obwohl wegen der Russland-Sanktionen Kohlekraftwerke länger laufen und das Klima noch mehr schädigen dürfen, kürzt Wirtchaftsminister Robert Habeck von den Grünen die staatliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung. Die Kritik ist groß.

Sanierung von Altbauten: Weniger staatliche Zuschüsse für neue Fenster, Wärmepumpen und klimaneutrale Heizung (Foto: Hans Linde / pixabay)

„Die Regierung verschärft damit die bereits herrschende Unsicherheit rund um unzureichende Förderung, Bau- und Energiepreisexplosionen, Fachkräfte- und Materialmangel deutlich“, sagt Axel Gedaschko, Präsident Spitzenverband der Wohnungswirtschaft GdW. Der Verbraucherzentrale Bundesverband warnt, wichtige Potenziale zur Einsparung von Energie und der Umsetzung einer verbraucherfreundlichen Wärmewende könnten nicht gehoben werden. Und der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes sieht die Gefahr, dass viele Aufträge storniert würden und weniger saniert werde. Die geballte Kritik gilt Wirtschaftsminster Robert Habeck von den Grünen, der von Mitte August an die Förderung wichtiger energetischer Gebäudesanierungen kürzt.

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Weniger Geld für Wärmepumpen und dichte Fenster

Obwohl die Regierung wegen der Russland-Sanktionenen die Kohlekraftwerke hier zu Lande länger laufen und damit das Klima zusätzlich schädigen lässt, verringert Habeck ab sofort die staatlichen Zuschüsse, die im Gebäudebereich Energie sparen helfen sollen. Für den Einbau besser isolierender Fenster gibt es statt bis zu 25 Prozent nun nur noch rund 20 Prozent Zuschuss, statt maximal 15 000 Euro nur noch 12 000 Euro. Handelt sich dabei um Mietwohnungen, kann der Eigentümer den Fehlbetrag auf die Mieter umlegen. Für eine Wärmpumpe gibt es laut Ministerium künftig nicht mehr 50 Prozent der Kosten, sondern nur noch höchstens 40 Prozent vom Staat, statt bis zu 30 000 Euro nur noch 24 000 Euro. Für Biomassen- anstelle alter Öl- und Gasheizungen macht der Grünen-Politiker nicht mehr bis zu 55 Prozent sondern nur noch 20 Prozent der Kosten locker.

Bremse für die Energiewende

Habeck sieht in den Kürzungen kein Problem, weil die Förderungsumme ingesamt erhöht werde. Kritiker betrachten die Einschnitte jedoch als Bremse für die Energiewende. „Es gilt jetzt in diesen herausfordernden Zeiten schnell den Energieverbrauch zu drosseln und den CO2-Ausstoß zu verringern. Daher ist es nicht zu verstehen, dass die Fördersätze insgesamt reduziert werden, denn so wird nicht das maximale Potenzial ausgeschöpft“, so Dirk Salewski, Präsident des Bundesverbands Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen. Und Benjamin Weismann, Geschäftsführer des Energieberaterverbandes GIH prognostiziert. „Die zukünftigen Fördermittel sind leider nun so unattraktiv, dass viele ihre erforderlichen Sanierungsmaßnahmen nicht mehr angehen werden.“ Zudem würden künftig auch energiesparende Maßnahmen an der Gebäudehülle deutlich schlechter gefördert als Einzelmaßnahmen in der Gebäudetechnik. Die angestrebte Sanierungsquote im Gebäudebestand, der als einer der großen Energiefresser und Klimakiller gilt, könne so nicht erreicht werden.

Mehr: Focus

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