Vom Umwelt-Saulus zum Klima-Paulus?

Der indische Ölmagnat und reichste Mann Asiens, Mukesh Ambani, will in seinem Heimatland die vermutlich größte Fertigungsanlage der Welt erstellen, die sich dem Geschäft mit erneuerbaren Energien widmet.

Multimilliardär Ambani: Noch mehr Profite mit Hilfe grüner Energie (Foto: World Economic Forum)

Er hieß Saulus, war jüdischer Schriftgelehrter und bekämpfte das heraufziehende Christentum mit allen Mitteln. Doch dann ließ er sich bekehren, nannte sich Paulus und verfocht fortan die neue Lehre. In die Rolle des neutestamentarischen Predigers vor 2000 Jahren scheint auch der indische Ölmagnat und reichste Mann Asiens, Mukesh Ambani, zu schlüpfen. Jedenfalls plant der Multimilliardär, der sein Vermögen dem Geschäft mit dem Klimakiller Erdöl verdankt, nun in seinem Heimatland den Bau der wohlweltgrößten Fertigungsstätte für erneuerbare Energien – mit allem, was dazu gehört. Sein börsennotierter Konzern namens Reliance werde in den kommenden Jahren drei Jahren sage und schreibe zehn Milliarden Dollar in die grüne Neuausrichtung investieren, im Zentrum das geplante Giga-Projekt. „Es wird eine der größten integrierten Erneuerbare-Energien-Anlagen der Welt“, so der 64-Jährige.

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Fast zweieinhalb mal so viel wie alle deuschen Kohlekraftwerke zusammen

Der vorgesehen Komplex im Bundesstaat Gujarat soll eine Fläche von umgerechnet 4,5 auf 4,5 Kilometer haben, insgesamt also 20 Quadratkilometer. Berlin-Kreuzberg würde zweimal darin Platz finden. Auf dem Gelände sollen Solarzellen mit einer Leistung von 100 Gigawatt stehen. Das entspricht der Leistung von 100 großen Kohlekraftwerken, ist fünfzig mal so viel wie die Leistung des riesigen Windparks, den der deutsche Chemiekonzern BASF zusammen mit dem Essener Energieunternehmen in der Nordsee bauen wollen – und fast zweieinhalb mal so viel, wie alle deutschen Kohlekraftwerke zusammen schaffen. Dazu kommen eine Fabrik für Batteriespeicher, eine Produktionsstätte für Brennstoffzellen und ein Werk für die Herstellung von grünem Wasserstoff.

Fast ein Viertel der von Indien geplanten erneuebare Energien

„Wir wollen künftig alle Teile des neuen Energie-Ökosystems produzieren können“, so Ambani. Mit den Solaranlagen würde sein Unternehmen über fast ein Viertel der 450 Gigawatt verfügen, die Indien in den kommenden neun Jahren bei den erneuerbaren Energien schaffen will.

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