Ammoniak und Methanol wären die besten alternativen Treibstoffe für die Hochseeschiffahrt

Um die Hochseeschifffahrt klimaunschädlich zu machen, kommen eigentlich nur zwei Alternativen zu den fossilen Treibstoffen in Frage. Welcher der aussichtsrechste ist und was die Umstellung erfordert.

Klimafeind Hochseeschifffahrt: Mit Methanol oder Ammoniak in eine saubere Zukunft (Foto: dendoktoor / pixabay)

Die Hochseeschiffahrt trägt zu drei Prozent zum Klimawandel bei. Das liegt an dem Schwerdiesel, dessen Verbrennung besonders viel klimaschädliches CO2 freisetzt. Zwar gibt es erste Schiffe, die Batterien oder Wasserstoff als saubere Alternativen testen. Doch eigentlich kommen nur Ammoniak und Methanol, natürlich klimaneutral erzeugt, so richtig in Frage, so Martin Cames vom Öko-Institut in Berlin. “Wasserstoff und Strom kommen für lange Distanzen im Zeitraum bis 2050 praktisch nicht infrage, allenfalls in Nischen wie etwa in Fähren oder in der Küstenschifffahrt.”

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Teures Methanol

Fragt sich, welcher der beiden Alternativen die aussichtsreichste ist. So sei grüner Ammoniak zwar kostengünstiger, so Forscher Cames. Allerdings sei die tränendtreibende Stickstoff-Wasserstoffverbindung schwerer zu handhaben, weil sie giftig sei. Zudem werde es Motoren für Ammoniak erst in einigen Jahren geben. Methonal wiederum, jener Alkohol, dessen Genuss zur Erblindung führt, sei zwar aufwendig in der Produktion. Dafür seien die Handhabung und die Energiedichte günstiger und es gebe bereits etwa 20 Schiffe, die mit Methanol führen.

Politik gefordert

Langfristig, so Verkehrsexperte Faig Abbasov von der europäischen Dachorganisation Transport Environment, werde sich deshalb wohl grün produzierter Ammoniak durchsetzen: “Wenn wir einen vollständig nachhaltigen und skalierbaren Kraftstoff wollen, scheint grünes Ammoniak der richtige Weg zu sein.” Für komplett nachhaltiges Methanol sei die Produktion wegen des aufwendigen Entzugs von CO2 aus der Atmosphäre sehr teuer. Für eine beschleunigte Umstellung der Hochseeschifffahrt brauche es jedoch staatliche Eingriffe. “Es ist an der Zeit, dass die politischen Entscheidungsträger Anforderungen und Anreize in die Regulierung aufnehmen, um diese neuen grünen Kraftstoffe auf den Markt zu bringen”, so Abbasov. Zuvorderst seien eine Norm für treibhausgasärmere Kraftstoffe und eine Auslaufklausel für fossile Schiffstreibstoffe nötig.

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