Deutschlands Wälder stärker beschädigt als internationaler Durchschnitt

Über ein Drittel der Bestände ist geschädigt. Grund ist die Klimaerwärmung. Sie macht vor allem Fichten zu schaffen. Kiefern und Buchen kommen besser zurecht.

Geschädigter Nadelwald im Rheinland Klimawandel tötet Bäume (Foto: Josef Schnitzler)

Die deutschen Wälder schneiden dabei deutlich schlechter ab als die internationale Vergleichsgruppe. Dort weisen nur 28,2 Prozent der Wälder Schäden auf. In Deutschland sind es 35 Prozent. Der Klimawandel setzt den heimischen Baumarten zu. So betrug der Anteil der Baumkronenverlichtung bei Fichten 40 Prozent, bei Buchen 28 Prozent, bei Kiefern 27 Prozent. Eichen waren 45 Prozent geschädigt. Die gute Nachricht: Der Anteil der geschädigten Eichen ist im vergangenen Jahr um vier Prozent zurück gegangen. Insgesamt hat sich der Anteil der betroffenen Bäume jedoch seit 2010 um zehn Prozent auf 35 Prozent erhöht.

ANZEIGE

Die Zahlen wurden bekannt im Zusammenhang einer kleinen parlamentarischen Anfrage der Unionsfraktion im Bundestag. Sie stammen aus dem Datenbestand des Internationalen Kooperationsprogramms Wälder (ICP Forests). Das Programm wurde in den Achtzigerjahren ins Leben gerufen und vergleicht jedes Jahr den Zustand der Wälder in den Mitgliedsländern. Inzwischen beteiligen sich 42 Länder daran, neben den EU-Ländern auch Russland, die Vereinigten Staaten oder die Türkei.

Hilfen der Bundesregierung

Um die Entwaldung zu verlangsamen und um die geschädigten Waldbesitzer zu unterstützen, fördert die Bundesregierung Programme wie die Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz, das im vergangenen Jahrzehnt 547 Millionen Euro bereitstellte und jüngst um weitere 800 Millionen Euro aufgestockt wurde. Auch aus dem Corona-Konjunkturpaket gehen 700 Millionen Euro in die Waldwirtschaft. Zusätzlich plant das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft im Rahmen des Konjunkturpaketes einmalige Prämien für kommunale und private Waldbesitzer, die ihre Flächen besonders nachhaltig bewirtschaften.

Union kritisiert Ampel

Die Unionsfraktion bemängelt, dass die Ampel-Koalition bei der Aufforstung einheimische Baumarten bevorzugt fördern will. Es zeige sich, dass einheimische Pflanzen wegen des Klimawandels häufig nicht geeignet seien, “um Dürre, Hitze und Temperaturschwankungen Widerstand zu leisten”, zitiert der Bonner General-Anzeiger den agrarpolitischen Sprecher der Union, Albert Stegemann.

Mehr: Bonner General-Anzeiger

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*