Energieverbrauch
Ein gutes Leben hängt nicht notwendigerweise von hohem Energieverbrauch ab

In Staaten mit hohem Energieverbrauch geht es den Menschen nicht unbedingt besser, fanden US-Wissenschaftler. Besser als in den USA oder Canada ist unter diesem Aspekt das Leben in Kuba, Island, Marokko oder Norwegen.

Skyline von Kubas Hauptstadt Havanna: Gesundheits- und Sozialsystem wichtiger als Energieverbrauch (Foto: 1778011 / paxabay)

Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler lieben es, Unmengen von Zahlen durchzuforsten, um auf statistische Zusammenhänge zu stoßen. Dies taten jetzt Forscher der US-Elite-Universität Stanford, um herauszufinden, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen einem hohen Energieverbrauch und Kenngrößen wie Lebenerwartung, Kindersterlichkeit, Nahrungsversorung, Zugang zu einer grundlegenden Gesundheitsversorgung sowie Stromversorgung. Dabei fanden sie heraus, dass es für ein gutes Leben in dieser Hinsicht einen Energieverbrauch von rund 75 Gigajoule pro Person jährlich braucht – nur ein Viertel dessen, was ein US-Bürger auf sich vereinigt.

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Höhere Lebenswartung in Kuba als in den USA

Zu den zehn Ländern, die mit einem solchen Energieverbrauch zu den zehn besten der Welt zählen, gehören Alabanien, Bangladesh, Dänemark, Finnland, Norwegen, Sri Lanka und Kuba. So sinkt die Lebenserwartung in den reichen USA trotz des hohen Pro-Kopf-Einkommens dramatisch, von 78,8 Jahren 2019 auf 77,0 Jahre 2020 – gegenüber 78,8 Jahren im armen Kuba.

Exzessiver Energieverbrauch bringt wenig

Hoher Energieverbrauch und hohes Einkommen haben einen vergleichsweise schwachen Einfluss auf ein “besseres und glücklicheres Leben”, so der Klimawissenschaftler Anders Ahlström von der Universität im schwedischen Lund, der an der Studie mitarbeitete. “Energieversorgung und höheres Einkommen sind in dieser Hinsicht ähnlich: Eine Überdurchschnittliche Energieversorung bringt minimal mehr.”

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