Homeoffice hilft schon in kleinen Dosen dem Klima

Wenn nur ein Fünftel der Büroangestellten in Deutschland sich die Fahrt zur Arbeit sparen könnte, würde durch Homeoffice so viel weniger CO2 in die Atmosphäre gepustet, wie 370 000 Autos jedes Jahr produzieren.

Arbeiten daheim oder in der Firma: Die Mischung macht’s (Foto: viarami / pixabay)

Wer zu Hause arbeitet, statt mit seinem Benziner oder Diesel ins Büro zu fahren, bläst durch den Auspuff kein klimaschädliches CO2 in die Atmosphäre, so weit, so einfach. Aber was würde dies nach den Erfahrungen mit dem Homeoffice in der Corona-Pandemie auf Dauer bringen? Das hat das Freiburger Öko-Institut versucht zu überschlagen. „Unsere Bilanz zeigt, dass unabhängig von der Wahl des Verkehrsmittels und bereits ab einem Tag Homeoffice pro Woche die Treibhausgasbilanz sinken kann“, so Konstantin Kreye, Klimaschutz- und Mobilitätsexperte am Öko-Institut. „Auch nach der Pandemie kann daher eine Mischung aus Büropräsenz und mobilem Arbeiten aus Umweltgesichtspunkten vorteilhaft sein und selbst im konservativstem Szenario – mit 20 Prozent Homeoffice – rund eine Million Tonnen Treibhausgase einsparen. Das entspricht etwa den Emissionen, die 370 000 Autos durchschnittlich in einem Jahr emittieren.“

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Nutzung des Firmenlaptops bringt’s

Wie viel CO2-Ausstoß durch Homeoffice insgesamt vermieden wird, hängt allerdings davon ab, wie die Arbeit am heimischen Schreibtisch konkret ausgestaltet wird. Nutzt der Mitarbeiter seinen Firmenlaptop, veursacht er dadurch nur 18 Kilogramm CO2 pro Jahr. Das ist sehr wenig. Wird der Heimarbeitsplatz jedoch komplett neu ausgestattet und zudem zusätzlich zum Büroplatz beleuchtet und beheizt, erhöhen sich die CO₂-Emissionen um ein Vielfaches, nämlich auf 307 Kilogramm pro Jahr.

Politik gefordert

Welche ökolgischen und sozialen Folgen mehr Homeoffice hat, hat nach Meinung des Öko-Instituts die Politik in der Hand. “Die Corona-Pandemie hat ein Gelegenheitsfenster eröffnet, in dem eine Transformation
der Arbeitswelt hin zu einer reduzierten Mobilität möglich ist”, heißt es in der Kurzuntersuchung, die vom Bundesumweltministerium gefördert wurde. “Für die Zukunft wird es darauf
ankommen, sowohl in den Unternehmen als auch politisch die Rahmenbedingungen
so zu gestalten, dass die Chancen für Umwelt und Gesellschaft realisiert und gleichzeitig
die negativen Auswirkungen möglichst minimiert werden.”

Mehr: Öko-Institut

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