Es grünt so grün, wenn Deutschlands Dächer blühen

Besseres Mikroklima, attraktiver Hingucker, bunte Artenvielfalt – NRW macht es Hauseigentümern einfach, Fassaden und Dächer zu begrünen: Ein Gründachkastaster verrät, welche Flächen sich eignen und was die Bepflanzung kostet. Die Tipps gelten bundesweit.

Ökogebäude in Frankfurt am Main Bepflanzung vor allem in Großstädten sinnvoll Foto: wikipedia.org

Sterile Schotterflächen, monotones Gesträuch war gestern. Quasi eine Todsünde. Heute, so beschwören Umweltschützer, ist jeder Haus- und Gartenbesitzer aufgerufen, seine Immobilie möglichst naturnah zu gestalten – gerade in der Stadt. Käfern, Insekten und Vögeln Nahrung und Unterschlupf anzubieten. Und mit viel Grün Luft und Klima zu verbessern.

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“Jede Grünfläche fungiert als kleine natürliche Klimaanlage”

Ein wirksames, aber bisher wenig genutztes Mittel dafür ist die Dachbegrünung. Das will die nordrhein-westfälische Umweltministerin Ursula Heinen-Esser schleunigst ändern – und bläst zur Grünoffensive auf Ziegeln und Betondecken. „Grüne Dächer und Fassaden sorgen für ein ausgeglicheneres Klima. Hitze wird erträglicher und Starkregen besser abgefedert. Tiere und Pflanzen erhalten Lebensräume“, fordert die CDU-Politikerin die Bürger zum Mitmachen auf.

Bringt solcher Umweltschutz im Kleinen überhaupt etwas? Solchem Einwand kommt die Ministerin mit einer akribischen Berechnung zuvor. 400 Quadratkilometer betrage das Potential zur Verbesserung des Mikroklimas in NRW. Immerhin eine Fläche so groß wie Köln. Unterstützung erfährt sie vom Präsidenten des Landesamts für Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz (Lanuv), Thomas Delschen. “Jede Grünfläche fungiert als kleine natürliche Klimaanlage, mit der vor allem in stark versiegelten Großstädten das Mikroklima verbessert werden kann“

Verbraucherschützer bieten praktischen Leitfaden an

Um es ökobewegten Eigenheimbesitzern einfach zu machen, hat das Land ein Online-Kataster angelegt. Es spuckt nach Eingabe der Adresse und wenigen Klicks aus, ob Haus- und Garagendach für eine Begrünung geeignet sind. Die Software berechnet die Kosten. Und sie zeigt an, wie hoch je nach Bepflanzung der ökologische Nutzen durch CO2– und Staubspeicherung ausfällt und welche Regenmengen Gräser, Kräuter und Bodendecker aufsaugen.

Auf solchen Komfort können Bürger außerhalb NRWs nicht zurückgreifen. Sehr wohl jedoch auf die Tipps, die die Verbraucherzentrale NRW auf ihrer Webseite zusammengestellt hat. Sie gibt unter anderem Auskunft darüber, welche Pflanzen sich eignen, worauf man bei der Planung achten muss und zu welcher Jahreszeit das Gründach am besten angelegt wird.

Mehr: msn

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