In Zukunft baut Varta auch Antriebsbatterien

Bislang war der schwäbische Hersteller vornehmlich für Hörgeräte-Akkus oder Batterien für Fernbedienungen bekannt. Doch jetzt will er noch in diesem Jahr Batteriezellen für Autoantriebe produzieren.

Herkömmliche Kleinbatterien Baldiger Einstieg in das Geschäft mit Traktionsakkus (Public Domain Pictures/Pixabay)

Varta will künftig nicht nur Haushaltsbatterien, Großspeicher und kleine, wiederaufladbare Lithium-Ionen Zellen herstellen, sondern auch Batterien für E-Autos. Dazu baut der Konzern aus Ellwangen im Stammwerk eine Pilotlinie auf, die Ende des Kalenderjahres mit der Produktion startet. Ebenfalls noch in diesem Jahr will der Chef des Batteriebauers, Herbert Schein, die ersten Kunden präsentieren. Wann die Massenproduktion anläuft, gab Schein nicht bekannt. Er schloss allerdings nicht aus, dass mittelfristig damit ein drittes Geschäftsfeld aufgebaut werden könne.

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Die neue Batteriezelle ist wie die klassische Haushaltsbatterien in den bekannten Formaten AAA oder AA rund, allerdings deutlich größer. Sie ist sieben Zentimeter hoch und hat einen Durchmesser von 2,1 Zentimeter. Diese Form habe deutliche “Vorteile bei der effizienten Nutzung des Raumes im Auto”, erklärte Schein der Wirtschaftswoche, “Wenn man kleinere Batterien braucht, die auch schnell während der Fahrt nachgeladen werden können, wird das Auto leichter und braucht dadurch weniger Energie.“

Die Zelle soll vornehmlich als Booster für PS-starke Limousinen und Sportwagen und weniger als alleinige Energiequelle in E-Autos eingesetzt werden. Auch als Speicher für Strom aus Bremsenergie oder in Kombination mit einem Reichweitenverlängerer kann die Zelle ihren Dienst tun. Zusätzlich ist der Einsatz in leistungsstarken Werkzeugen geplant. Eine Besonderheit der Zelle ist die kurze Ladedauer von nur sechs Minuten bei einer maximalen Erwärmung auf 34 Grad. Möglich machen das spezielle Materialien und die Wicklungen in der Rundzelle mit einem extrem geringen Innenwiderstand.

Dicke Profite

Varta hatte im vergangenen Jahr das beste Ergebnis seiner 135-jährigen Geschichte vorgelegt. Der Umsatz stieg, nach einem Zukauf, um 140 Prozent auf 870 Millionen Euro. Aber auch ohne den Erwerb wäre der Umsatz um die Hälfte gewachsen. Die Gewinnmarge betrug vor Steuern, Abschreibungen, Zinsen und anderen Finanzierungaufwendungen 27,7 Prozent und soll im laufenden Jahr noch steigen. Die Eigenkapitalquote beträgt stolze 44 Prozent.

Mehr: Wirtschaftswoche

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